Seapony – Falling

Wir gehen an den Ufern des pazifischen Nordwestens spazieren, die feuchte Meeresbrise kitzelt unsere Gesichter und zaubert herbstliche Gefühle in eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Mit im Gepäck und dicht an unseren Gehörgängen sitzend, Seapony aus Seattle. Gegründet im Jahr 2010 durch Bassist Ian Brewer, seiner langjährigen Freundin Jen Weidl (Gitarre, Gesang, Texte) und Danny Rowland (Gitarre, Texte), die sich alle zusammen das erste Mal in Ohio um die Jahrtausendwende trafen und kurz darauf den Traum einer eigenen Band in die Wirklichkeit umsetzten. Ihr Debüt ‚ Go With Me ‚ erschien vor einem Jahr und mit der neuen Platte ‚ Falling ‚ werden Seapony die eigene Erfolgsgeschichte ein Stückchen weiter des Weges begleiten. ‚ Prove To Me ‚ zum Beispiel, die zweite Single aus dem Album, beglückt den Hörer mit den leuchtenden Gitarren, den leichten Indie-Pop Melodien, den verwaschenen Gesängen von Jen Weidl und der ungetrübten Schlichtheit für zuckersüße Einblicke in den sonnenverwöhnten Sound von Seapony. Eigentlich ist ‚ Prove To Me ‚ auch der perfekte sommerlicher Soundtrack für barfüßige Mitternachtspaziergänge am Strand. Aber das kann ja jeder für sich selbst entscheiden. Dieser Dream-Pop ist universell einsetzbar, ist manchmal sogar ungeheuerlich schwungvoll, wie im Stück ‚ What You Wanted ‚ und zu jeder Zeit unverschämt charmant. Der Grund dafür ist einmal mehr so simpel wie einleuchtend: Die Musik ist traumhaft, berauschende Lo-Fi Sounds wirbeln mit liebevollen Blick um unsere Körper, während erneut gänzlich auf zusätzliche Instrumentierungen, oder psychedelische Spezialeffekten verzichtet wurde. Seapony verewigen sich mit harmonischen Melodien, wandelbaren Bassläufen und reflektierenden Gesängen. ‚ Falling ‚ ist der gelassene Kontrast zu der sprunghaften Musik der Vivian Girls. Wie bei ‚ Go With Me ‚ locken die ewig gleichen Akkorde unsere Ohren, wenn die Übergänge so reibungslos ineinander verschmelzen, dass es am Ende fast unmöglich scheint diese zu entziffern, um hier den Anfang und das Ende sinnvoll zu positionieren. Aber darum soll es auch gar nicht gehen. Diese Platte will mit Ihren leicht schläfrigen und schnörkellosen Songs für uns schlicht die letzten warmen Tage in diesem Jahr einfangen. Und so ein Angebot sollte jeder dankbar annehmen.