Battles – La Di Da Di

Was haben wir es vermisst: diese muskulösen Instrumentierungen der Battles. Neulinge brauchen sich aber davon nicht beunruhigen lassen. Im eröffnenden Stück »The Yabba« geht es direkt in knapp sieben Minuten durch eine mehrdimensionale Landschaft der zeitgenössischen Musik. Wir sehen zarte Blüten, verstörende Alpträume und ein psychedelischen Wunderland voller Verrücktheiten – so können nur die Battles Welten kreieren. Die Gruppe arbeitet auf »La Di Da Di« ohne Sänger und lässt uns diesen Umstand kaum wahrnehmen. »Summer Simmer« mutiert zu einem göttlichen Chaos, »Dot Com« klingt wie auf einem Old-School-Computer programmiert und »FF Bada« stößt rhythmische Impulse in ein monolithisches Elektro-Monster. Treibende Kraft bleibt auch auf dem dritten Werk Schlagzeuger John Stanier, der seinen Wert als erfahrendster Mann im Battles-Universum einmal mehr beeindruckend unter Beweis stellt. Er ist der menschliche Kern dieses unmenschlichen maschinenartigen Experiments. Mit militärischer Präzision stellt er sich dem Kampf entgegen und verhilft uns immer wieder zum rettenden Ufer inmitten des rhythmischen Eintopfs. »La Di Da Di« muss man als ganzes zu sich nehmen. Einzelne Scheiben schmecken zwar auch gut, aber der vollständige Genuss wird sich dadurch nicht entfalten können. Ein Genuss aus klanglicher Verrücktheit und wahnwitziger Brillanz.

6.3