Woman’s Hour – Conversations

Wer konnte ahnen, dass uns ausgerechnet zur Sommerzeit eines der besten Alben des Jahres in Empfang nehmen würde. Juli ist ein Monat, der nicht unbedingt für wegweisende Veröffentlichungen bekannt ist – Aufgaben solcher Größe übernimmt für gewöhnlich der September. Doch in diesem Jahr ist es anders. ‚ Conversation ‚ von Woman’s Hour hat alles was das geneigte Indie-Herz benötigt. Zarte Empfindsamkeiten, Selbstsicherheit und  Anmut. Fiona Jane ist die dazugehörige Sängerin, sie ist wunderschön und stellt mit Ihrer charakterstarken Stimme das Herzstück der atmosphärischen Pop-Stücke dar. Die elf Songs umfassen schwer zuordenbare menschliche Emotionen. Das eröffnende ‚ Unbroken Sequence ‚ zeigt uns eine monochromatische Optik Ihres Soundkonstruktes, “if I stop and cease to exist, would it be better for you?”, und setzt uns didaktische Bilder vor das geistige Auge.

Natürlich bestimmten im Vorfeld die Tracks ‚ Darkest Place ‚, ‚ To The End ‚ und ‚ Her Ghost ‚ die öffentliche Wahrnehmung, gaben das Hauptmotiv vor und doch ist es Woman’s Hour irgendwie gelungen, daraus keine Überstrapazierung entstehen zu lassen. Man kann sich die Songs auch jetzt noch genussvoll anhören, sich zurücklehnen, die Augen schließen und in die eigene Gedankenwelt entschwinden. ‚ Conversations ‚ ist vollkommen unprätentiös und treibt auf einer schimmernden Welle aus geschmolzenem Quecksilber sanft durch die träumerischen Gesänge, kreist um so manch romantische Abgründe und benutzt den Herzschmerz als geschickte Waffe. Was auch immer man selbst während diesen Minuten fühlen mag, ‚ Conversations ‚ ist ohne Zweifel ein Album voller betörender Schönheiten, ein perfekt aufgezogener Pfaden ohne Durchhänger. „Our Love Has No Rhythm“.