Wild Pink – A Billion Little Lights

Auch wenn A BILLION LITTLE LIGHTS als Ganzes nicht den eleganten Zusammenhalt früherer Arbeiten zeigt, leuchten die Melodien stärker und selbstbewusster als je zuvor. Die verträumten sentimentalen Details und die glänzende Gitarrenarbeit von WILD PINK sind ebenso leicht verdaulich, wie zum Nachdenken anregend.

Mit einem Sound, der sich aus „fiddles, violins, wurlitzers, saxophones, accordions, pedal steel guitars, and a variety of richly textured synths and keyboards”, zusammensetzt und nun mit “speckles of auto-tune, flashing synths, and even triphop-esque drum loops”, kreativ ergänzt wurde, hat Wild Pink’s John Ross ein Album mit präzise ausgearbeiteter Geschichten zusammengestellt, die zwischen sofort zugänglichen Indie Pop Songs und verwaschenen Ambient-Soundtracks mit fantastischem Effekt hin und her zu wechseln scheinen. 

Wild Pink’s letztes Album war ein Meisterwerk. Nach ihrem entzückenden selbstbetitelten Debüt, einer minimalistischen, schnörkellosen Indie Rock Platte im Stil von Pedro the Lion und den frühen Death Cab For Cutie, hat die Band ihren Sound hier völlig in die Luft gesprengt. Auch wenn es nicht ganz die gleichen Höhen erreicht, ist die dritte Platte „A Billion Little Lights“ eine weitere Entwicklung von Wild Pink’s Sound, die sich auf die Americana- und Country-Einflüsse konzentrieren, die bereits in „Yolk in the Fur“ vorhanden waren. 

Zu wissen, dass Frontmann John Ross plante, aus dieser Platte ein Doppelalbum über die Besiedlung des amerikanischen Westens zu machen, ist hilfreiches Hintergrundwissen. Und obwohl diese Idee verworfen wurde, breitete sich die pastorale Country Musik, die die Region definierte, in der fertigen Platte aus. Hin und wieder tauchen Geigen auf und auch eine Pedal-Steel-Gitarre wird zum Fixpunkt. Aber die Band ist nicht ganz den Klängen der Vergangenheit verfallen – Synthesizer überfluten immer noch fast jeden Song, die Band spielt mit elektronischen Beats und Ross experimentiert punktuell mit Autotune. 

„A Billion Little Lights“ fühlt sich auf diese Weise fast retro-futuristisch an und verbindet die Klänge des modernen Pop mit altmodischem Country. Die Ausführung ist nicht ganz perfekt – manchmal spürt man, wie die Platte versucht, als würde sie unter ihrem eigenen Gewicht einbrechen. Aber die Band und insbesondere Ross überbringen es mit einer solcher Aufrichtigkeit, dass vieles vergeben werden kann. Und so ist „A Billion Little Lights“ letztlich ein gutes Album – wenn man es isoliert hört. Im Vergleich zu den Alben, die seine Entstehung inspiriert haben, verblasst es im Vergleich.

7.1