Caribou – Swim Remixes

„Es versprüht seine markante Vertrautheit, überzeugt durch einen ehrgeizigen, dichten und kompositorisch wertvollen Inhalt. Besonders in Verbindung mit Kopfhörern wird man das neue Album von Caribou in abgeschotteter Form nicht wieder aus der Hand geben wollen: Zu schön die öffnenden Welten, zu anmutig die schwingenden Landschaften, zu eindrucksvoll die funkelnden Facetten in all Ihren Formen und Farben“. Das waren die letzten geschriebenen Worte zum Werk ‚ Swim ‚ von Caribou. Ein Mann der seine Karriere in die Hand genommen und wohl das maximale daraus hervorgezogen hat. Die Frage dagegen nach einem Remixalbum und ob Dinge dieser Art tatsächlich in Zusammenhang mit dem Wort Sinnvoll fallen dürfen, sei an dieser Stelle jedem selbst überlassen. Wir haben ehrlicherweise so manches Problem, fällt der Bezug auf ein Remixalbum. Doch in Anbetracht des sympathischen Künstlers Daniel Snaith aus London, Manitoba, Kanada, sei Ihm eine objektive Herangehensweise an ‚ Swim Remixes ‚ gegönnt. Immerhin ist es auch als eine Art Abrundung für ein ausergewöhnliches Jahr für Caribou zu sehen. Das Berliner Label City Slang veröffentlicht in diesen Tagen also eine limitierte Sonderedition des hochgelobten Meisterwerks ‘ Swim ‘ inklusive einer CD mit 11 Bonus-Remixen. Neben Songbearbeitungen von alten Wegbegleitern beinhaltet das Bonus-Album unter anderem Remixe von neuen Freunden wie Junior Boys, James Holden, DJ Koze, Fuck Buttons oder Gold Panda. Bereits ‚ Odessa ‚ vermittelt einen prächtigen Eindruck der kommenden Minuten und erzeugt überraschend simpel eine steigende Lust nach der zeitgenössischen Clubmusik. Der Stil verändert sich gegenüber des Originals nur minimal, entlockt den ursprünglichen Tracks aber gelegentlich eine kaum bekannte melodische Kraft, zu hören unter anderem im Stück ‚ Sun ‚, welches mit einer subtilen Resonanz im Downtempo durch bleiernde Bass-Linien wabbert und sich damit zu einer perfekten Darstellung emporarbeitet. Es zeigt mit welchen Mitteln eine Vorlage komplett umgekrämpelt werden kann. ‚ Bowls ‚ von James Holden ernährt sich durch organische Sounds, spielt geschickt mit den Gesetzen des Schalls und stickt damit seine eigenen Regeln in farbenfrohe Wandteppiche. Die Fuck Buttons klingen in Ihrer Version zu ‚ Kaili ‚ gewohnt psychedelisch, während DJ Kotze einen bewundernswerten Versuch in der zweiten Version zu ‚ Jamelia ‚ unternommen hat – doch hört am Besten selbst. Wenn Snaith mit dieser Platte etwas erreichen konnte, dann war es der Beweis wie erfolgreich sein Jahr 2010 tatsächlich gelaufen ist. ‚ Swim Remixes ‚ bleibt zwar schlussendlich nur etwas für Fans von Caribou – durch eine respektvolle Linse muss zwecks der Loyalität zu den eigenen Tracks, dennoch umstandslos geblickt werden.