The Waterboys – An Appointment With Mr Yeats

Obwohl Mike Scott nie sein Versprechen löste und der Poesie von William Butler Yeats seit über zwei Jahrzehnten die Treue hält, bietet das neue Werk ‚ An Appointment With Mr.Yeats ‚ weder die dramatischen Ausflüchte von dem Klassiker ‚ This Is The Sea ‚ aus dem Jahr 1985, noch die launischen und nach draussen brüllenden Interpretationen in ‚ The Stolen Child ‚ (gesprochen von dem traditionellen Irischen Sänger Tomás Mac Eoin auf dem Album ‚ The Fischerman’s Blues ‚ aus dem Jahr 1988). Zusammen dürften diese zu den erfolgreichsten Alben von The Waterboys gehören. Nach einigen Sologängen, kehrte die Band um Sänger Mike Scott im Jahr 2000 zurück und ist nun bei Ihrem mittlerweile zehnten Album angekommen. Zugleich präsentiert es eine erweiterte Waterboys Konstellation mit dem Fiddle-Maestro Steve Wickham, der neuen irischen Sängerin Katie Kim, der Multi-Instrumentalistin Kate St. John, der Flook-Flötistin Sarah Allen und dem katalanischen Posaunisten Blaise Margail.

‚ An Appointment With Mr.Yeats ‚ interpretiert vierzehn Yeats Gedichte, namhafte und weniger bekannte Arbeiten eingeschlossen. Mit etwas dichterischer Freiheit versehen, wurden Yeats‘ Worte den Songtexten leicht angepasst, um so teils sehr ehrgeizige, aber oft zarte Arrangements mit Flöte, Posaune und dem Englischhorn zu kreieren. Zugleich sind es die grundlegenden Instrumente innerhalb der vierzehn Songs. Der Klang spielt dagegen sehr elegant mit den eigenen Gefühlen, umschmeichelt den düsteren Gesang von Scott und begleitet den schönen Rhythmus, der wie ein roter Faden durch die Tracklist gleitet – vorbei an der beeindruckenden Arbeit am Schlagzeug, den Percussions und Steve Wickham an der Violine. Nicht zu vergesen die Bilder vor unseren Augen, die eine schmerzhafte Integrität zaubern.

Scott, der ewige extravagante Sänger und Bandleader, verschafft dem Hörer glücklicherweise genügend Kontext und Raum für die eigene Fantasie, rund um die epischen Gebäude von ‚ Song Of The Wandering Aengus ‚, den dramatischen, verzerrten Rock-Rhythmen von ‚ A Full Moon In March ‚, der bluesigen ‚ The Lake Isle Of Innisfree ‚ Nummer und dem mitreißenden Celtrock von ‚ White Birds ‚, in dem Wickham’s Geige selbst die Emulation einer Totenklage der Möwen anstimmt. ‚ An Appointment With Mr.Yeats ‚ war ein Experiment und daher ging natürlich auch nicht alles auf. Es gibt weniger überzeugend Momente und auch so mache Zeilen wie, „I sing a song of Jack and Jill / Jill had murdered Jack“ lassen ebenfalls den gelegentlichen Beitrag von Sängerin Katie Kim ein wenig fad und unbeholfen erscheinen. Doch das völlig unerforschte Gebiet zeigt nach Ende der Platte ungeahnte Sympathien und entführt den Hörer doch in eine gewisse Verträumtheit…