JJ DOOM – Key To The Kuffs

Es ist nun kurz nach Mitternacht. Ich befinde mich im Stück ‚ Borin‘ Convo ‚ und muss gähnen. Das langersehnte Album von Daniel Dumile aka Doom und dem Produzent Jneiro Jarel ist in den letzten Minuten in die gemäßigte Unterhaltung abgesunken. ‚ Key To The Kuffs ‚ ist dabei auch das Spiel mit der eisernen Maske. JJ Doom liebt seine eiserne Maske und verdeckt damit seit vielen Jahren bei allen öffentlichen Auftritten sein Gesicht. Der Druck mag damit schwinden, an der Musik hat sich dieser vermeintliche Vorteil nicht entfalten können. Dabei beginnt die Platte sehr vielversprechend. Das Eröffnungsstück ‚ Gov’nor ‚ könnte in den ersten Sekunden aus den grundlegenden Beats von Bonobo entsprungen sein – doch der elektronische Downbeat perfektioniert rasch seine Eigenständigkeit und zieht dabei die kompositorische Entwicklung in die Dauerschleife. Bei ‚ Banished ‚ verwendet das Duo eine ähnliche Strategie, vermischt mystische Melodien mit Hip Hop und schickt den Hörer in einen psychedelischen und traumhaften Ausflug. Doch leider verflachen die Strukturen und die Landschaften orientieren sich vermehrt an den wiederkehrenden Wiederholungen. Der Zauber des JJ DOOM, die anonyme Kunstfigur vor der Maske, verfliegt mit den notleidenden Orgel-Loops. Zwar bleibt ‚ Key To The Kuffs ‚ ein seltsam schmeckender Cocktail der neugierig macht, doch auf Dauer lässt sich dieser Geschmack klar definieren und aus dem halluzinatorischen Gebräu entsteht ein abgeschlossenes Experiment, welches nicht immer funktionieren mag. Dafür begeistert die einheitliche Geschlossenheit auf anspruchsvollen Niveau umso mehr.