The Dandy Warhols – … Earth To The Dandy Warhols …

Ja die Dandy Warhols muss man in diesen Tagen förmlich suchen wenn man die vier Portländer mit Ihrem neuen Album im Gepäck finden will. Für die Trampelpfade dieser weiten Welt , abseits der ausgelatschten Wege, verspürten Sie schon immer einen Gefallen dran. Nachdem das letzte Album auch schon wieder seine drei Jahre auf dem Buckel hat darf man sich nun über das neue Werk ‚ Earth To The Dandy Warhols ‚ erfreuen. Die seit Mitte Mai als Stream frei zu hörenden Songs, werden nun auch auf dem Silberling gepresst und veröffentlicht. Den Opener ‚ The World The People Together (Come On) ‚ gabs sogar als kostenlosen Download auf Ihrer Homepage zusammen mit der Meldung das die Platte an über 10,000 Jukeboxen verteilt wurde. Soviel also zur Promotion und Vermarktung der Dandy Warhols, aber mit eigenen Label ist das natürlich alles kein Problem mehr.

Endlich losgerissen von Capitol Records präsentieren uns die Vier ein Konzeptalbum über das Universum mit einer angenehmen Gelassenheit in der es einfach nur Spaß macht mit den Dandy Warhols einzutauchen. Zurück zu den Wurzeln, raus aus dem Sumpf und rein in die weiten Leeren des Alls. Mit ‚ Welcome in the 3rd World ‚ kommt ein Song der auch auf der nächsten House Party laufen könnte. Mit spacigen Rythmen und einer positiven Grundstimmung lädt er auch einfach nur zum entspannen ein. Mit hypnotischen Beats und wirbelnden Gitarrenriffs gehts auf ‚ Wasp In The Lotus ‚ weiter. Haben hier einen die Dandy Warhols erstmal fest an den Ärmeln gepackt gibt es kein zurück mehr, man wird mitgerissen und taucht ein in die endlosen Leeren psychodelischen Rocks. Sänger Courtney Taylor-Taylor versteht es diesen Sound mit seiner Stimme noch einmal das gewisse Extra zu verpassen. Auch wenn der Titel des Albums anderes vermuten lässt, weit weg befinden sich die Dandy Warhols keineswegs von unserem Planeten.

Ganz im Gegenteil stehen sich die vier wieder einmal sehr selbstkritisch gegenüber und spiegeln dies auch in Ihren Liedern wieder. Überraschend beschwingt wird es mit ‚ Love Song ‚, einen fröhlichen wenn gleich auch harmlosen Song, auf dem sich Gitarrist Mark Knopfler und Tom Petty & The Heartbreakers die Ehre geben. ‚ Mis Amigos ‚ springt dann völlig aus dem Rahmen, im Stile eine Mariachi Band wird trompetet und getrommelt bis die Finger blutig gespielt werden. Eine lustige Unterbrechung zu der sich mit ‚ The Legend Of The Last Of The Outlaw Truckers Aka The Ballad Of Sheriff Shorty‘ gleich im Anschluss ein Country Song gesellt, einzig die Geigen hätten hier noch zur Vollkommenheit gefehlt. Nichts desto Trotz greifen die Dandy Warhols aus den verschiedensten Musikrichtungen das eine oder andere ab und bauen es geschickt in Ihrer Ansicht nach perfekten Welt mit ein.

‚ Beast Of All Saints ‚ nimmt dann wieder den gewohnten Faden auf bis sich die beiden letzten Songs ‚ Valerie Yum ‚ und ‚ Musee D´Nougat in die Weiten des Alls verabschieden. Letztere sucht sich fast eine Viertelstunde Lang mit orchestrierter Untermalung seine ganz eigenen Wege nach neuen Welten. Doch weil das den vieren immer noch zu wenig ist beenden Sie das Ganze so, dass mit den letzten Tönen ein perfekter Übergang zu Song Nummer Eins hergestellt wird. Trotz der Schönheit dieser Platte bleiben die Dandy Warhols das was Sie nunmal sind. Eine Band mit vielen Auf und Abs, jeder Menge Schwachsinn im Kopf und sich gerne auf Kosten andere lustig machen. So bleibt ein Gesamtwerk im Raum stehen, dass zwar größtenteils überzeugen kann aber für die große Überraschung nicht den nötigen Biss besitzt.

6.3