The Sunshine Underground – Nobody’s Coming To Save You

Die Karriere von The Sunshine Underground fand Ihren Anfang mit der Debüt Platte ‚ My Army EP ‚ im Jahr 2004 und festigte den Ruf einer exzellenten Brit Pop aus England, mit dem ersten Studioalbum ‚ Raise The Alarm ‚ zwei Jahre später auf dem Label City Rockers. Nur leider darf man sagen, gingen The Sunshine Underground aufgrund der vielen Veröffentlichungen und Hypewellen, wie die von Franz Ferdinand oder den Kaiser Chiefs, ein wenig unter. Dabei sind die vier Herren aus Leeds keineswegs irgendwelche Kopien der großen Bands, sondern durchaus eigenständig und faszinierten das Publikum mit einer kräftigen Injizierung aus Disco, Funk, Electro und klassischen Indie Rock. Auch wenn es oftmals als Vorurteil gelten mag, aber als echte englische Band liegt auch bei The Sunshine Underground das Hauptaugenmerk bei den Refrains.

Das war nicht nur damals so, sondern offenbart sich zugleich im zweiten Track ‚ Spell It Out ‚ auf der neuen Platte ‚ Nobody’s Coming To Save You ‚ in ähnlicher Art und Weise. Doch entlockt es zusammen mit dem Opener ‚ Coming To Save You ‚ einen hoffnungsvollen Auftakt mit reichlich Hitpotential. Eine Rock-Ballade erwartet uns im nächsten Stück ‚  We’ve Always Been Your Friends ‚ und bereits hier darf gesagt werden, ‚ Nobody’s Coming To Save You ‚ wirkt wesentlich durchdachter und besser abgerundet, als die Debütplatte aus dem Jahr 2006 und besticht zudem durch den eindrucksvollen, wie opulenten und unverwechselbaren Gesang von Craig Wellington. Ein Song der nicht nur stimmlich auf ganze Linie überzeugen kann ist dann schließlich ‚ A Waring Sign ‚ mit seiner überschwenglichen Clash-ähnlichen Pralerei. Ob einem die obligatorische Ballade ‚ Change Your Mind ‚ im Anschluss gefallen muss, bleibt eine individuelle Geschmackssache.

Nett anzuhören ist Sie trotzdem. Nur den zweiten Teil ‚ Any Minute Now ‚ hätten sich The Sunshine Underground sparen können, da auch die Strophen mit den weitläufigen Gitarren nur bedingt überzeugen können – zu oft hat man diese Art der Struktur schon bei anderen Gruppen gehört. Überhaupt gerät der Rhythmus in dieser Phase ein wenig in den Treibsand und kann erst durch ‚ One By One ‚ aus der tödlichen Falle gezogen werden. Man will The Sunshine Underground nun wirklich nicht auf die eingängigen Songs reduzieren, aber das gelingt den vier Herren nunmal kurz und knapp gesagt am Besten. Hier wird das Getöse laut, die Erwartungen erfüllen sich und die Wende zum Positiven gelingt problemlos. Insgesamt mag die zweite Platte nicht mehr so überraschend sein, oder eindringlich auf den Hörer einwirken wie das Debüt, doch es finden sich wieder sehr überzeugende Momente und Phasen auf ‚ Nobody’s Coming To Save You ‚, die eine Daseins-Berichtigung von The Sunshine Underground durchaus rechtfertigen.

7.0