MARIAH CAREY Here for It All
MARIAH CAREY kehrt mit HERE FOR IT ALL zurück: ein Album zwischen Glamour, Verwundbarkeit und zeitloser R’n’B-Melancholie, das Balladen und Funk-Grooves zu einer schillernden Erzählung verdichtet.
Sieben Jahre nach „Caution“ stellt Mariah Carey erneut unter Beweis, dass ihre Karriere weit mehr als Nostalgie trägt. „Here for It All“, ihr 16. Studioalbum, ist geprägt von der Last persönlicher Verluste, aber auch vom Drang nach Selbstbehauptung. Carey, die in den letzten Jahren sowohl den Tod ihrer Mutter als auch ihrer Schwester verkraften musste, hat ihre Stimme nicht hinter makelloser Perfektion versteckt, sondern deren Patina bewusst ins Zentrum gestellt. Die Ballade „Nothing Is Impossible“ ist dafür exemplarisch: „I will not break, I won’t be broken“ singt sie, ein Satz, der nachschwingt wie ein Glaubensbekenntnis.
Doch das Album lebt nicht allein von Pathos. Der Auftakt „Mi“ zeigt die selbstironische Diva, die mit funkelnden Wortspielen ihre überbordende Persona inszeniert. Das funkige „Type Dangerous“ wiederum bringt den typischen Carey-Spagat zwischen Verführung und Spott, während „I Won’t Allow It“ mit bissigen Bonmots zum Tanz auffordert. Gerade in diesen Momenten erinnert Carey daran, dass sie Popkultur immer auch als Bühne für Selbstinszenierung begriffen hat. Ein Höhepunkt ist „Play This Song“, das Duett mit Anderson .Paak, dessen Retro-Soul-Vibe Carey Raum lässt, statt sie in eine Kopie jüngerer Trends zu zwingen.
„Sugar Sweet“, flankiert von Shenseea und Kehlani, fügt dem Ganzen eine moderne R’n’B-Textur hinzu, bleibt aber zurückhaltender als die großen Singles vergangener Jahrzehnte. Dass Carey noch immer zum Gospel zurückfindet, zeigt „Jesus I Do“ mit den Clark Sisters, ein hymnisches Stück, das sie in eine spirituelle Gemeinschaft einbettet. Das Cover, in schimmerndem Schwarz-Weiß, erzählt seine eigene Geschichte: eine lachende Mariah, umgeben von fließenden Haaren, geschmückt, aber nicht überladen. Es reflektiert den Dualismus der Platte: Glanz und Verletzlichkeit, Eleganz und Überreizung. Gerade im titelgebenden Finale „Here for It All“ verbinden sich Bild und Musik – eine Sängerin, die nach Jahrzehnten nicht aufgibt, sondern erklärt: „Baby, I’m here for it all.“
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