My Morning Jacket – Circuital

Auf dem sechsten Album ‚ Circuital ‚ finden sich My Morning Jacket wieder auf Kurs. Die Songs verbinden Ihre langjährigen Erfahrungen mit einer jugendlichen Begeisterung. Jim James thematisiert dies in Sätzen wie, „I am older day to day, going back to my childhood ways“, und wählte dabei die ungewöhnlichsten Aufnahmeorte. Mit dabei ebenfalls ein Fitnessstudio. Alte Erinnerungen aus der Jugendzeit? Wie auch immer, glanzvoller Höhepunkt auf ‚ Circuital ‚ ist zweifelsohne das apokalyptische ‚ First Light ‚ mit seinem 70er Jahre Boogie Anstrich und dessen Lyrics über spirituelle Befriedigung. Die seelischen Momente pochender Herzschläge finden sich im Stück ‚ The Day Is Coming ‚ mit Einflüssen irgendwo zwischen den Delfonics und The Flaming Lips. Und wie man es von James gewohnt ist, fehlt auch hier nicht der alberne Humor. Stichwort „“Shaaa!“ am Ende von ‚ Circuital ‚, oder der Strophe, „They told me not to smoke drugs, but I wouldn’t listen/ Never thought I’d get caught and wind up in prison“, aus ‚ Outta My System ‚. Dennoch wird es sich nicht vermeiden lassen, auch beim aktuellen Studioalbum ein wenig an der eigenen Frustration zu nagen. Versprüht doch die Stimme von James besonders bei den Liveauftritten Ihren ungeheuren Charme, Ihre ausdrucksstarken Qualitäten. Eben alle Merkmale, die auf der Platte fehlen. Eine chronische Unterversorgung ist die Folge und das, obwohl die Stücke angeblich live eingespielt wurden. Natürlich finden sich darauf auch Ausnahmen, wie das berauschende ‚ Wonderful (The Way I Feel) ‚, doch in der Summe lässt sich nur erahnen, wozu James eigentlich in der Lage ist zu leisten. Aber sieht man darüber hinweg, finden sich auf ‚ Circuital ‚ wunderschöne Melodien, glänzende Hymnen und ein Song mit Namen ‚ Holdin On To Black Metal ‚ – das vermutlich knorrigste, was diese Jungs jemals eingespielt haben. Es ist ein kratzender Flaum aus getöntem psychedelischen Funk Groove, schwefeligen Gitarren und sirenenartigen Leuchtkanonen. Runde schimmernde Gitarren gibt es dagegen in ‚ You Wanna Freak Out ‚ und bieten uns zugleich die benötigte innere Entspannung. Über weite Strecken könnte ‚ Circuital ‚ sogar eine alternative Version zu ‚ Quadrophenia ‚ sein, wenngleich man es nur als fernes Echo wahrnehmen würde. Schlussendlich bietet die Platte gewohnte Qualität von einer Band, die wohl niemals damit aufhören wird sich selbst weiter zu entwickeln.

7.4