Ducktails – The Flower Lane

Die weichen Melodien des Dream-Pops umspülen in den ersten Minuten unsere Gehörgänge, wenn ‚ Ivy Covered House ‚ mit Intimität und atmosphärischen Arrangements an Gitarrenpop-Ikonen wie Aztec Camera und Prefab Sprout erinnern. Bei ‚ The Flower Lane ‚ blickt Matt Mondanile von seinem Bett an die Decke des Schlafzimmers, projiziert dorthin Schichten an prismatischen Gitarren und zaubert nostalgische Räumlichkeiten in gedämpfter Feinabstimmung. Und vielleicht hat es so mancher schon stimmlich bemerkt, Matt Mondanile ist nicht nur Frontmann der Ducktails, sondern auch Gitarrist der Band Real Estate. Nach dem eher am Home-Recording orientierten Setting der vorangegangenen Veröffentlichungen entschied sich Mondanile im Sommer 2012 bei den Aufnahmen zu ‚ The Flower Lane ‚ für eine Studioatmosphäre. Dort kam er mit Tonmann Al Carlson (Peaking Lights, Oneohtrix Point Never) zusammen. Außerdem war noch der halbe illustre Freundeskreis am Start: Daniel Lopatin (Oneohtrix Point Never), Joel Ford (Ford + Lopatin), Madeline Follin (Cults) und Sam Mehran (Outer Limitz), die das Album auf angenehm dezente Weiße beeinflusst haben. Die Songs passen stimmlich wundervoll zusammen, Synthies, Saxophon und Pianospuren versprühen subversive Nachdenklichkeiten, lassen nicht selten das durchdringende Gefühl der Wehmut im Hörer aufsteigen und doch besitzen die neuen Tracks einen ungeheuren Wiederspielwert. Besonders ‚ Under Cover ‚ mit eingängiger Saxophon-Einlage und das darauffolgende ‚ Timothy Shy ‚ mit stapfenden Rhythmen, kreischenden Gitarren und einem psychedelischen Ende hinterlassen tiefgreifende Spuren und markieren zugleich den musikalischen Höhepunkt auf ‚ The Flower Lane ‚. Die folgenden Stücke bewegen sich ähnlich nahe am Chill-Wave, entfernen sich gleichzeitig weiter von den fusselnden Schlafzimmer Kompositionen und doch präsentiert Modanile keineswegs gerade Gitarren-Pop Musik. Aber eigentlich auch kein Wunder, denn die synthiebasierten Songs mit oftmaliger Pianobegleitung erkunden Ihre ganz eigenen Wege, verzichten auf Klischees und Banalitäten aus dem ansonsten gerne genommenen Dream-Pop Bereich und setzen reizvolle Akzente, die sich meist erst nach mehrmaligen Durchläufen offenbaren.