PONY – TV Baby

Mit dem Debüt TV BABY präsentieren uns PONY eine unterhaltsame und leicht bekömmliche Power-Pop-Veröffentlichung.

Möchte man das neue Album von Sängerin und Gitarristin Sam Bielanski auf den Punkt genau beschreiben, lohnt sich der Blick in die Zeilen des letzten Tracks „Swore“ wo es heißt: “It was all a dream, it was all alive”. Musikalisch bietet uns „TV Baby“ zum größten Teil einen funkelnden Indie-Pop-Sound, der sich jedoch etwas zu stark auf nicht existierende Hooks stützt. Jedes Lied ist kurz, bissig und angenehm zu hören, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck. Ausgefranste Gitarren bilden das Rückgrat von „TV Baby“ und tragen die Platte von einem unauffälligen Moment zu einem etwas weniger unauffälligen Moment, wobei Sam Bielanski’s Gesang etwas zu gut mit der Rhythmus-Sektion harmoniert. Ähnlich wie die übrigen Instrumente der Band passt ihre Stimme perfekt zu dem glatten Grunge Sound und fügt sich zu häufig unter, wenn er eigentlich dominant auftreten könnte. 

Eine Ausnahme bildet das wundervolle „My Room“, in dem ein euphorischer Chor uns wissen lässt, dass PONY imstande sind, auch wirklich großartiges zu leisten. Dieser Höhepunkt dauert jedoch kaum zwei Minuten, was das Problem der relativ kurzen Laufzeit von „TV Baby“ deutlich werden lässt. Songs bekommen nie die Chance, irgendwohin zu gehen, wo es interessant oder unerwartet ist, sondern wiederholen fast ununterscheidbare Refrains noch einmal oder gleiten reibungslos in das nächste kurze Power-Pop-Comfort-Fingerfood. Während „TV Baby“ eine gewisse Apathie in die Texten einfließen lässt, ist das Ergebnis, abgesehen von den Kritikpunkten, eine wahre Wohlfühloase, die im besten Sinne des Wortes wie eine intime Garagenprobe klingt.

Man fühlt sich in die Schulzeit der 1990er Jahre zurückversetzt und sieht dieses Debüt von PONY als glänzendes Stück Power Pop, mit dem es sich ganz unkompliziert und bequem jederzeit in die Vergangenheit reisen lässt.

7.0