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Schwarz-weißes Cover von Ballads of Living and Dying mit Marissa Nadler in der Ferne auf einem leeren Waldweg, umgeben von kahlen Bäumen – melancholisch und entrückt.
ALBUM

Ballads of Living and Dying MARISSA NADLER

2004

Zu Alben wie BALLADS OF LIVING AND DYING kehrt man immer wieder zurück, angezogen von der düsteren Pastoralität von MARISSA NADLER’s Texten und der gefährlichen, aber unwiderstehlichen Anziehungskraft ihrer Gitarre und Stimme.

Auf ihrem Debüt „Ballads of Living and Dying“ hält Marissa Nadler, was der Albumtitel verspricht. Sie spielt Gitarre im resonanten Picking-Stil von Bert Jansch und Martin Carthy und singt wie aus einer verwunschenen Unterwelt. Da acht der zehn Titel selbst geschrieben sind, greift Nadler auf scheinbar grenzenlose Reserven düsterer, kraftvoller Bilder zurück, um Balladen von enormer Tiefe und Eloquenz zu schaffen. Es ist ein Beweis für ihr lyrisches Können, dass das abschließende „Annabelle Lee“, eine Vertonung eines Gedichts von Edgar Allan Poe, völlig mit ihren eigenen Texten harmoniert. Zudem hat Nadler die Art von Stimme, der man direkt in den Hades folgen würde. Ihr luxuriöser, klangvoller Sopran ist sofort fesselnd und umhüllt uns in diesen Liedern wie ein dichter Nebel. 

Nadler’s Gesang erinnert stark an den von Hope Sandoval, ihre schlichten Arrangements erinnern an die regenmüde Einsamkeit der frühen Jahre von Leonard Cohen. Das Album fühlt sich an wie ein Besuch von einer Parallelerde, auf der das Mythische zum Alltäglichen geworden ist und die von Jungfrauen, Zigeunern und Flusskindern bevölkert ist. Wenn das unerträglich kitschig klingt, dann höre man sich die Art und Weise an, wie Nadler’s filigrane Gitarre, die direkt von Leonard Cohen’s klassischem 70er-Jahre-Werk abstammt, Zeilen wie „Photographs of your face against the rain/I’m gonna burn them all and bury your name“ umkreist. Während des gesamten Albums schreibt und tritt Nadler mit einer überstandenen Reife auf, die ihr junges Alter widerlegt. 

Tatsächlich scheinen mehrere Titel („Mayflower May“, „Days of Rum“, „Fifty-Five Falls“) aus der Perspektive älterer Frauen erzählt zu werden, die auf die Abenteuer und Fehler ihrer Jugend zurückblicken. Nadler ist ebenfalls eine versierte bildende Künstlerin und ihre Texte zeigen ein scharfsinniges Auge und ein echtes Einfühlungsvermögen für ihre Kreationen. In Verbindung mit dieser berauschenden Stimme entsteht eine Landschaft, in der man sich vielleicht ein oder zwei Jahrhunderte lang verlieren möchte.

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Schwarz-weißes Cover von Ballads of Living and Dying mit Marissa Nadler in der Ferne auf einem leeren Waldweg, umgeben von kahlen Bäumen – melancholisch und entrückt.

Marissa Nadler – Ballads of Living and Dying

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Basierend auf Stimmung, emotionalem Profil und Klangcharakter von „Ballads of Living and Dying“.

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