Lenka – Lenka

Zuckersüß. Genau das ist der erste Gedanke bei dem Opener ‚ The Show ‚. Seit Wochen dudelt dieser Song in sämtlichen Radiostationen rauf und runter. Mit Piano Geklimper, Bläsern und einem Männerchor verspricht das genau die richtige Mischung für die kleinen Mädchen zu sein, die gefangen in Ihren Träumen vor Ihrem Radio sitzen und den Textzeilen andächtig Wort für Wort lauschen. Den Rahmen des erträglichen hat das Stück in jedem Fall schon lange überspannt, die Deadzone ist überschritten und überhaupt ist dieser Song zu belanglos, als das er nach dem dritten Mal nicht vollends auf das Nervenkostüm drücken würde. Der zweite Gedanke spielt unweigerlich mit dem aufkeimenden Vergleich ähnlicher Künstler wie The Bird And The Bee, Regina Spektor, Priscilla Ahn und Lily Allen. Und schlussendlich (wär hätte das gedacht) ist Lenka Kripac Schauspielerin, stammt aus dem fernen Kontinent Australien und wandelt somit auf den Spuren von Kylie und Danii Mingoue, Delta Groodrem, Natalie Umbruglia und Holly Valance. Allesamt mit ein paar ganz netten Songs, aber eben auch nicht mehr. Lenka, die mit tschechischen Wurzeln versehen wurde, macht in dieser Beziehung vieles nach und nur wenig besser. Sie wurde als Genre-Neuling im Jahr 2008 gefeiert und bringt nun ein Jahr später Ihr kommerzielles und gleichnamiges Debüt ‚ Lenka ‚ in die Läden. Sie selbst bezeichnet sich als kompetente Sänger.- und Songwriterin und mag damit gar nicht so unrecht haben. Immerhin stammen fast alle Songs aus Ihrer Feder. Cellos, Violas, Keyboards und Vibraphone harmonieren wundervoll mit den lyrischen Verschachtelungen von Lenka und oft blitzen auch raffiniert gearbeitete Haken aus der ansonsten langweilig geschnittenen Hecke heraus. Intelligente Bögen ziehen durch die niedlichen Popmelodien wie weiße Wolken am blauen Himmel und punktet auserhalb Ihres Landes mit dem liebenswert australischen Akzent. Doch wie das mit der Geldmaschine eben läuft, müssen in erster Linie die Einnahmen stimmen. Das erreicht man wiederum durch glatt polierte Arrangements, perfekt abgemischte Songs und instrumentale Unterstützung der Spitzenklasse. Lenka hatte all diese Voraussetzungen und mit dem fünfköpfigen Produzenten-Team eine hochkarätige Besetzung oben drauf spendiert bekommen. Aber eines muss am Ende unweigerlich festgehalten werden: Das Debüt hat definitiv seine charmanten und unwiderstehlichen Momente, wie in dem sommerlich anmutigen ‚ We Well Not Grow Old ‚, oder in der musikalischen Verarbeitung von ‚ Trouble Is A Friend ‚. Somit bleibt ‚ Lenka ‚ ein perfekt produziertes Studioalbum mit Glanz-Momenten, das sich live allerdings erst noch unter Beweis stellen müssen.

7.0