Stephen Malkmus & The Jicks – Sparkle Hard

Ob im spielverändernden, intelligent verdrehten Slackerismus von Pavement oder in seiner etwas melodisch ausgefeilteren Arbeit mit den Jicks – Stephen Malkmus hat die letzten 25 Jahre damit verbracht, das Seltsame und Esoterische merkwürdig zugänglich zu machen. Auf „Sparkle Hard“ erfindet er sein eigenes Rad natürlich nicht neu, aber er lässt es mit einem scheinbar unendlichen Ideenreichtum weiterdrehen. Dazu gibt es auch einige tiefgehende Songs in unbekanntes Gebiet. Es gibt eine artikulierte politische Empörung darüber, dass die Polizei Afroamerikaner zu Unrecht ermordet, Perspektiven in technologischer Zerstörung und Machtgewinn bei „Rattler“ und Country über das Ende der Institution der Ehe mit Kim Gordon von Sonic Youth in „Refute“.

Wie dem auch sei, Malkmus ist und bleibt ein kreativer, schelmischer Bursche und genießt es auf der feinen Linie zwischen dem Vertrauten und dem Unerwarteten zu tänzeln. Beim ersten Durchhören scheint „Sparkle Hard“ überall herumzupreschen, springt vom fein geätzten Pop der „Future Suite“ zum teutonischen Jam von „Bike Lane“. Die Vielfalt verblüfft, vor allem, weil sie mit eleganten neuen Akzenten gefüllt ist, um vertraute Einstellungen frisch erscheinen zu lassen. Es gibt Jams, kitschige Synthesizer-Sounds, die nie hip waren, entspannte Vibes und dumpfe Poesie – und progressive Momente in „Cast Off“, die an Queen erinnern, oder eng gewundene Gitarren bei „Future Suite“. Malkmus steht immer noch grinsend bei den Außenseitern und wildert in den verschiedensten Elementen aus Underground und Mainstream. Sie werden auf eine Weise zusammengefügt, die eine unbestreitbare Faszination ausüben.

Es ist eben alles mit dem gleichen mühelosen Charme besprüht, der Malkmus‘ gesamte Karriere bisher auszeichnete. Und noch lange darf es so weitergehen.

7.0