Hollywood Vampires – Rise

Wäre die Anwesenheit von Johnny Depp in der Band vor einem Jahrzehnt der ultimative wegschmeißende Kick gewesen wäre, machen die Vorwürfe von häuslichem Missbrauch, die seine Ex-Frau Amber Heard gegen ihn vorbrachte, Hollywood Vampires zu einem etwas problematischeren Fall. Alles hinterlässt einen deutlich sauren Geschmack, obwohl Depp’s Bandkollege Alice Cooper ihn schnell verteidigte und gegenüber Billboard erzählte:  “All the stuff you heard last year about Johnny, ninety nine percent was just bull. I’ve never seen him look better in my life. I’ve never seen him happier. I’ve never heard him play better. And the way the press would have it is he’s a total destruction and ready to die. Totally not true.” 

 

Wo auch immer die Wahrheit liegt, musikalisch bekommt man hier natürlich nichts zu hören. Angefangen vom klassischen Cooper und der Prahlerei in „The Boogieman Surprise“ bis hin zu „Welcome To Bushwackers“, einem guten alten Boogie mit Jeff Beck und John Waters, der als Ode an das Rauchen und Trinken gilt. Coverversionen sind auf dem zweiten Werk immer noch vorhanden, normalerweise gesungen von Depp, als würde er einem Dienstagabend in einer Sunset Strip Karaoke-Bar verweilen: Er streift durch David Bowies „Heroes“ und rezitiert Jim Carrolls „People Who Died“ mit glasigen Augen. Als scheinbar einziger (und wirklich hörbarer) Gast ist Jeff Beck mit einem geschmeidigen Solo vorhanden. Und diese reduzierte Gästeliste sorgt dafür, dass „Rise“ sich nicht sehr nach einer Party anfühlt. 

Nicht nur, dass diesmal nicht viele Musiker im Studio hingen, sondern es scheint als wäre „Rise“ am Computer zusammengebastelt worden. Das Album ist letztlich eine lange, weitläufige und ziemlich unkonzentrierte Platte, die es hätte schaffen können, den Geist des Classic Rock mühelos zu destillieren, wie wir es eigentlich von Männern wie Cooper und Perry hätten erwarten dürfen.