iamamiwhoami – Kin

Man wird auch ohne das Wissen darüber in wohlwollende Gefühle versinken. Dabei ist ‚ kin ‚ doch so viel mehr als nur ein elektronisches Debütalbum der schwedischen Singer/Songwriterin Jonna Lee. Es ist ein multimediales Musikprojekt, welches bereits im Februar 2012 im Rahmen Ihres eigenen Youtube-Channels Premiere feierte. Unter dem Pseudonym iamamiwhoami wurden dort in regelmäßigen Abständen die verschiedenen Abschnitte des Albums vorgestellt. Und zeitgleich mit der Veröffentlichung eines Kapitels wurde der dazugehörige Song digital verfügbar gemacht. So entstand über die letzten Monaten ein 45-minütiger Film zu dem fantastischen Klangkunst-Projekt. Auf dem Album wurden die neun verschiedenen Kapitel in farbenprächtige Instrumentierungen gehüllt. Das Erlebnis als Hörer ist überraschend, erfreulich und faszinierend. Surreale und optisch opulente Arrangements ziehen als bewusstseinserweiternde elektronische Kompositionen durch die Gehörgänge und es wird nicht lange dauern, bis man sich dieser Realitätsflucht anschließt, die Wehrlosigkeit der eigenen Phantasie gegenüber akzeptiert und die geschützten Einzelteile in die ausgewogene Ambivalenz begleitet. iamamiwhoami besteht aus Jonna Lee, Jonna Lee, Claes Björklund und Produzent Claes Björklund. Zusammen erreichen Sie den äußerst eindringlichen Höhepunkt im fünften Stück ‚ In Due Order ‚. Eine gespenstische Atmosphäre umschließt den eigenen Körper und dunkle Schattierungen erzeugen beängstigende Halluzinationen, wenn spannende, beinahe hypnotisierende Rhythmen die vermeindliche Schlinge um unseren Hals immer enger ziehen. Insgesamt besticht ‚ kin ‚ durch beeindruckende Strukturen und einer sensorischen Verrücktheit, die irgendwie auch sehr betörend wirkt. Ein echtes Highlight in diesem Jahr.