Yung Lean – Starz

Schweden kann über eine reiche Geschichte an populärer Musik von Hit-Produzenten und Songwritern wie Max Martin und Shellback, sowie auf Künstlerinnen wie Icona Pop und Tove Lo blicken. Aber sie sind nicht für ihren Rap bekannt – und hier kommt Yung Lean ins Spiel. Als einer der bekanntesten englischsprachigen Rapper Europas, meidet er den britischen grobkörnigen, schmutzigen Stil für einen eigenen psychedelischeren und emotionaleren Sound, der zwischen dem späten, großartigen Lil Peep und Lil Uzi Vert zu finden ist. Zugleich ist Jonatan Leandoer Håstad ein Rätsel. Er scheint schon immer da gewesen zu sein, aber jedes Mal, wenn er eine neue Veröffentlichung als Yung Lean herausbringt, ist es, als würden wir zum ersten Mal von ihm hören.

Sein viertes Album „Starz“ enthält 16 Titel, von denen nur einer mehr als vier Minuten lang ist. Die Songs sind größtenteils mit hinreißenden Beats ausgestattet, während Lean über die Welt spricht, singt und rappt, die ihn nicht versteht. Das größte Highlight des Albums ist „Boylife in EU“, das sich durch seinen scharfen Fokus und die großartigen Beats auszeichnet und sich auf die Zeilen „Don’t you want to see the real me?“ und „You’re by my side but are you really with me?“ fokussiert. Es ist süß, traurig und aufgeräumt- wie alle anderen möchte Lean trotz des Ruhms nur, dass jemand mit ihm chillt, herumblödelt, mit ihm durch die Straßen spaziert.

Trotz der flotten Geschwindigkeit leidet „Starz“ immer wieder unter Blähungen. Songs wie „Iceheart“, „Dance in the Dark“ und „My Agenda“ hätten von der Titelliste gestrichen werden können. So wirkt leider auch dieses Album insgesamt zu aufgeblasen und Lean verpasst erneut die Gelegenheit, es zusammenhängender und angenehmer zu gestalten.