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ANNA VON HAUSSWOLFF Dead Magic

2018

Wenn Orgeln den Atem der Erde tragen und Dunkelheit zu Ritual wird: In ANNA VON HAUSSWOLFF’s „Dead Magic“ entsteht ein sakraler Klangraum zwischen Wahn und Erlösung der Schmerz in Klang verwandelt und die Stimme selbst zur Beschwörung wird.

Anna von Hausswolff hat sich mit „Dead Magic“ endgültig von jeder irdischen Ästhetik gelöst. Was früher noch als Funeral Pop etikettiert wurde, entfaltet sich hier zu einem düsteren Monument, das sich zwischen Liturgie und Exorzismus aufspannt. Die in Göteborg geborene Musikerin hat ihre Orgel in der Marmorkirken in Kopenhagen aufgenommen, begleitet von Produzent Randall Dunn, bekannt für seine Arbeit mit Sunn O))) und Boris. Diese Allianz erklärt den erdrückenden Sog der ersten Minuten, wenn „The Truth, The Glow, The Fall“ langsam wie ein Gebet aus dem Grab steigt. Zwölf Minuten lang schichtet sich Klang auf Klang, bis das Sakrale zu einem körperlichen Zustand wird. Keine Spur von Versöhnung, vielmehr eine Offenbarung des Unheimlichen.

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In „The Mysterious Vanishing of Electra“ schreit Hausswolff „My love is not enough to save me“ und zerschneidet die Stille mit einer Inbrunst, die an Scott Walker erinnert. Die Stimme scheint sich selbst zu verzehren, als würde sie in den Hallen der Kirche um ihr eigenes Echo kämpfen. Dieser Moment ist der Wendepunkt: Aus Spiritualität wird Raserei, aus Schmerz eine Beschwörung. Der Körper singt, die Orgel brennt. „Ugly and Vengeful“ führt diese Raserei weiter, sechzehn Minuten als existenzielles Dröhnen, in dem Gitarren, Synthesizer und Chorpartikel kollidieren. Es ist kein Song mehr, sondern eine Zeremonie über den Verlust von Maß und Sprache.

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Das Cover – ein verschwommenes, rötlich getauchtes Gesicht zwischen Schlaf und Tod – wirkt wie ein Vorzeichen dieses Klangraums. Es zeigt das Sterben einer Gestalt, deren Schatten in jedem Akkord weiterlebt. „The Marble Eye“ schließt als entrücktes Orgelstück, eine Anrufung von Bach und der eigenen Endlichkeit. Und „Källans återuppståndelse“ versucht, im goldenen Licht noch einmal Hoffnung zu formen, bevor alles in Stille fällt. „Dead Magic“ ist kein Album, das gefallen will. Es fordert Hingabe, fast Opferbereitschaft. Der Lohn liegt in der Erfahrung eines Werks, das sich weigert, zwischen Leben und Tod zu unterscheiden. Eine beunruhigende Größe, getragen von einer Stimme, die sich selbst erlöst.

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Verschwommenes, rötlich getauchtes Porträt einer Frau mit dunklem Haar und angedeutetem Gesichtsausdruck, umhüllt von Schatten und Unschärfe, Schriftzug „Dead Magic“ unten links.

Anna von Hausswolff – Dead Magic

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92
verfremdet
#01 · 2018
Dead Magic
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Dieses Album ist innerhalb seiner Stimmung platziert und bewertet. Die folgende Auswahl zeigt Titel derselben Stimmung, die im Ranking darüber oder darunter liegen. Sie dient der Einordnung, nicht der Empfehlung.

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