WhoMadeWho – Dreams

Es ist noch gar nicht so lange her, da kündigte Tomas Barfod – ein Drittel von WhoMadeWho – seine Solo-EP für den 14. Februar 2014 an. Danach soll allerdings nochmals das dänische Projekt um die anderen beiden Mitglieder Tomas Høffding und Jeppe Kjellberg im Zeichen des Erfolgs stehen. Zugegeben, das eröffnende Stück ‚ Dreams ‚ ist durchaus seine musikalischen Minuten wert gehört zu werden, aber irgendwie fehlt es bereits hier ein wenig an konkreten Ansätzen. Es schwelgt gemächlich durch die wiegenden Rhythmen und auch das folgende ‚ Right Track ‚ ist im Stil der 80er Jahre nur wenig richtungsfördernd. WhoMadeWho plätschern fast schon ein bisschen gelangweilt durch die Strophen. Der Nährwert aus den ersten Minuten hält sich dementsprechend stark in Grenzen und so landet man schlussendlich wieder bei der damals hoffnungsvollen ersten Single ‚ The Morning ‚ und einem Stück, dass ohne Umwege und Fragen eine Endlosschleife in die Gehörgänge installiert. Endlich.

‚ The Morning ‚ zeigt sich als sanftes enthusiastisches Bild, gemalt in den frühen Morgenstunden und ist letztlich durch die minimalen Dance-Nuancen ein perfekter Start in den Tag. Es sind bestäubende Augenblicke auf dem neuen Werk von WhoMadeWho. Kurz darauf folgt mit ‚ Another Day ‚ ein nicht minder gelungenes Stück. Eine leicht melancholische Grundstimmung verknüpft die nachdenklichen Gesänge mit den hüpfenden Synths und den drückenden Basslinien. Könnte die nächste Single werden. Daraufhin kühlen die Temperaturen in ‚ Traces ‚ ruckartig ab, es wird launischer und aus dem besinnlichen Spaziergang entsteht ein mürrisches Spiel aus niedergeschlagenen Melodien in dumpfer Distanz zum Hörer. Ein Song der sich speziell im zweiten Teil mit pulsierender Wirkung entfaltet und einen starken Kontrast zu den vorausgegangenen Songs kreiert. Die traurige Stimmung wird auch in das anschließende ‚ Heads Above ‚ übernommen, dass für einen Wimpernschlag unsere Gedanken hinüber zu den Foals geleitet. „How many beats per minute can I break your heart?“, fragt da ein getrübter Tomas Høffding und möchte sich auch in ‚ New Beginning ‚ nicht aus dieser trübseligen Stimmung erheben.

Doch ist die durchziehende Trauigkeit auch stets von einem leichten Hoffnungsschimmer durchzogen, der im richtigen Licht neue und interessante Ansätze aufblitzen lässt. Aber wie bereits angedeutet, halten sich diese Momente auf der fünften Platte leider sehr in Grenzen. Es dominiert die Beliebigkeit und nur selten können Tracks wie ‚ Hiding In Darkness ‚ diesem haltlosen Konstrukt entfliehen. ‚ Hiding In Darkness ‚ ist ohne Zweifel kommerziell ausgelegt, entzückt aber durch die geschwungenen Synths und den herrlich anschmiegsamen Rhythmen. Überhaupt muss letztlich geschrieben werden, dass WhoMadeWho eine Liveband sind und nur dort Ihre Qualitäten voll entfalten können. Unvergessen der Auftritt beim Sonnenrot Festival 2010. Da vibrierte der Körper, die Erde wurde gelockert und die Grasbüschel hüpften vergnügt in die Lüfte. So oder so ähnlich wird es bestimmt  auch bei den kommenden Konzerten der Dänen in Deutschland sein. Ganz bestimmt.