Hayley Williams – FLOWERS for VASES / descansos

Die Sängerin HAYLEY WILLIAMS von Paramore arbeitete isoliert am neuen Album und erweitert die Heilungsgeschichte von Petals for Armor des letzten Jahres um ein spärliches, schmuckloses Album, das einen traurigen Blick in die Vergangenheit wirft.

Letztes Jahr veröffentlichte Paramore’s Sängerin Hayley Williams das Soloalbum, auf dem sie immer bestand und dass sie eigentlich niemals machen wollte. Als Williams sich in einem Cottage in Nashville niederließ und neu anfing, war „Petals for Armor“ ihre bisher verwundbarste Arbeit – als sie lernte, in gewisser Hinsicht allein zu existieren. Williams machte zum ersten Mal Musik getrennt von ihrer Pop Punk Band Paramore, während sie die Folgen Ihrer Scheidung verarbeitete.

Zweifellos sind die beiden Alben stark miteinander verbunden. Tanzte „Petals for Armor“ auf den Gräbern ihrer gescheiterten Romanzen, besucht „FLOWERS for VASES“ ihre Grabsteine ​​mit einem traurigen Blick auf das, was gewesen war. „FLOWERS for VASES“ ist im Wesentlichen auch Williams‘ erstes echtes Soloalbum. In Geist und Ausführung fühlte sich „Petals for Armor“ wie eine Erweiterung der Arbeit mit ihrer Band an: Der Paramore-Gitarrist Taylor York half beim Komponieren fast aller Songs auf dem Album, während seine Uptempo-Melodien dort anfingen, wo „After Laughter“ aufgehört hatte. Im Gegensatz dazu kommen die Texte und die Songs auf „FLOWERS for VASES“ ausschließlich von Williams.

„My Limb“ erinnert an die klangvolle, spärliche und unheimliche Kulisse des Intro, das Paramore während Ihrer Tournee durch Brand New Eyes gespielt haben, während die Einführung in „Over Those Hills“ den kindlichen Beginn eines Songs darstellt, der als kratzige Stimme mit einer Akustikgitarre startet, die sich irgendwie durch einen Schnappschuss zu einer sepiafarbenen Fantasie entwickelt, die die Welten von „One Of Those (Crazy Girls)“ und „Rose Coloured Boy“ kombiniert. Williams‘ Stimme ist zweifellos das herausragende Merkmal bei Paramore, sowohl heiser als auch sanft, gefährlich und doch warm. Bei „Petals for Armor“ wurde diese in Stücke geschnitten und war mehr ein synkopierter Rhythmus und weniger zentrale Kraft zwischen den sprudelnden Melodien des Albums.

Aber mit nur einer Akustikgitarre und einem Klavier – hinter denen sie sich verstecken kann – klingt ihre Stimme wieder neu erstarkt. “No more music for the masses / one more hour / one more ugly still-born cry / I know exactly what this is / or whatever it was”, singt sie in „Just A Lover“. Wenn die Intensität der Instrumentierung zu einem monotonen Crescendo zunimmt, ist dies möglicherweise der glühend heiße Moment, der das nächste Kapitel einläutet. Das Säen neuer Samen ist ein Ansatz, der sich hier auszahlt.

6.9