The Sandwitches – Mrs. Jones‘ Cookies

Hört man das weibliche Trio aus San Francisco, sieht man zwar den Namen The Sandwitches, doch erklingen die dazugehörigen Töne alles andere als matschig, sperrig und schwer verdaulich. Heidi Alexander (Guitar, Vocals), Grace Cooper(Guitar,vocals) und Roxanne Brodeur(Drums) spielen Melodien, deren Herkunft unbekannt erscheinen, doch lyrische Schönheiten und ehrliche Entschuldigungen inmitten der auftürmenden Dunkelheit geben schimmernde Einblicke in das majestätische Land zwischen muskulösen Rhythmen und feinfühliger Annäherungsversuchen. In erster Linie finden sich auf dem Werk ‚ Mrs.Jones‘ Cookies ‚ amüsante Widersprüche, die teuflische Gitarre von Crace, der schwebende Gesang von Heidi und die galoppierenden, aber auch sanften Einschläge von Schlagzeugerin Roxy im Opener ‚ In The Garden ‚ versprühen in drei Richtungen Ihre umschlungenen Geheimnisse.

Das psychedelisch-infizierte Trio steht neben anderen Band wie Sic Alps, Sonny And The Sunsets oder auch die phantastischen Thee Oh Sees. Etwas hellere und aufmunternde Akkorde hören wir im zweiten Stück ‚ Summer Of Love ‚, während ‚ Lightfoot ‚ ein wenig an Anne Briggs erinnert. Anheizende Sounds und schlecht gelaunte Beats warten dann in den beiden Songs ‚ Black Rider ‚ und ‚ Joe Says ‚. Einzig die süssliche Orgel sorgt für gelegentliche Auflockerungen einer ansonsten schaurig-schönen Angelegenheit. Aber weil The Sandwitches einen Stillstand nicht kennen, fliegen Sie im Stück ‚ My Heart Does Swell ‚ kurzerhand durch scherelose Weiten und es hat den Anschein, als wollten Heide, Grace und Roxanne niemals wiederkommen.

Es sind die romantischen Gesichtszüge des Trios, die so ungemein sympathisch auf uns abfärben. Man fühlt dennoch die Bodenständigkeit, die umkreisenden Empfindungen, die emotionale Energie und aufgeladene Atmosphäre. ‚ Mrs.Jones‘ Cookies ‚ ist ungemein liebenswert, auch ein wenig schräg und hinterhältig – aber Vorhallendingen liebenswert. Die Songs besitzen eine ungeheure Anziehungskraft, verknüpfen Ihre Attribute von Stärke und Verletzlichkeit, schmieden eine unbestechliche Einheit daraus und beleben damit den noch so staubigsten und dunkelsten Raum auf Erden. ‚ Mrs.Jones‘ Cookies ‚ sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, denn es lohnt sich, den archaischen Melodien und lyrischen Themen der Band bedingungslos zu folgen.