Isobel Campbell – There Is No Other…

„It felt like I’d retired or was in prison“, sagte Isobel Campbell über die letzten Jahre, in denen sie auf die Rechte an ihrem Album warten musste, da ihre Plattenfirma schloss und erst kürzlich ein neuer Vertrag mit Cooking Vinyl zu Stande kam. „But if you’re lucky to live long enough, there are always going to be peaks and troughs.“ So lange die Wartezeit auf „There is No Other…“ andauerte, so gelungen ist diese Platte nun mit ihrem schimmernden Indie Folk und den zittrigen Synths geworden. Auf ihrem ersten Soloalbum seit 14 Jahren schwelgt die frühere Sängerin von Belle And Sebastian in einer sanften psychedelischen Fantasie Kaliforniens, die mit Gospel-Gesang und einem Tom Petty-Cover unterlegt ist.

Campbell’s akustisch gebettetes, funkelndes „There Is No Other…“ sagt nicht, wo sie sich gerade befindet, sondern es werden verspätete Erklärungen darüber veröffentlicht, die nach der Auflösung der Partnerschaft mit Lanegan im Jahr 2013 zutage traten. „The Heart of it All“ trällert im schicken Folkgewand vor sich hin, während „Rainbow“ von Bossa Nova stammt. Insgesamt ist der Effekt von Nick Drake mit Bobbie Gentry verschmolzen. Ausnahmen sind eine elektronisch-artige Version von Tom Petty’s „Runnin ‚Down a Dream“ und Momente, in denen Aretha Franklin in voller Länge auf „Hey World“ heult.

Ansonsten ist die Atmosphäre wehmütig, mit Campbell’s enger, intimer Stimme, die mit Hammond-Orgel, Streichern, Vibraphon und der einen oder anderen Oboe verwoben ist. So geschmackvoll das auch ist, die Songs verweilen nicht. Viele basieren auf wiederholt angepassten kurzen Melodien oder Gitarrenlinien. In „Ant Life“ und „Rainbow“ deutet die sehr abgeschnittene Phrasierung der akustischen Gitarre darauf hin, dass es sich eher um einen Loop als um ein Echtzeitspiel handelt. Letztendlich ist „There Is No Other“ meist ein sanftes Meisterwerk, aber gelegentlich zu absichtlich, um bereits jetzt wieder nach Hause zu zurückzukehren.