Tempels – Hot Motion

Die Tempels gibt es schon lange genug, um die Stärken zu kennen. Die psychedelischen Mitternachtsfahrer begeistern mit ihren erhabenem, melodischen Texten, der eindringlichen Atmosphäre und einer faszinierenden Produktion. Es hat sich definitiv gelohnt die zwei Jahre darauf zu warten, denn mit ihrem dritten Studioalbum „Hot Motion“ entnehmen die Temples die funkelnde Frische ihres Debüts „Sun Structures“ und fangen damit den Höhenflug von „Volcano“ ein. Direkt mit dem ersten Stück breitet sich ein vertrautes Gefühl aus, als würde man in den kaleidoskopischen Geist eines wirbelnden Schaumbades eintauchen. 

Aber so schön die neuen Songs im weiteren Verlauf auch erklingen, so bleibt es vorgefertigter Rock’n’Roll-Revivalismus, der niemanden verletzt. Vor allem nicht die Temples, die ihre Karriere auf den eingängigen und aggressiv überfüllten Psychrock der 70er Jahre ausgerichtet haben. Ihr drittes Album ist mehr oder weniger im selben Stil wie ihre beiden Vorgänger. „Hot Motion“ ist eine einstudierte Show aus unscharfer Musikalität und starken Arrangements. „Hot Motion“ ist die Illusion einer Psycho-Rock-Platte und pflückt ganz ungeniert die Früchte aus etablierten Pop-Rock-Sammlungen. Mit der Zeit entpuppt sich das Album nämlich als subtiler Pop-Zombie. 

Man nehme beispielsweise das weltraumtaugliche „It’s All Coming Out“, das der Struktur eines Pop-Songs folgt, aber zufällig einige seltsame, vage 80er-Jahre-Synth-Effekte aufweist, die einer MGMT-Demo ähneln. Die Tempels packen es dann in stilvolle Ästhetik und auffälligen Inszenierungen. Es ist meist helle, progressive, psychedelisch schimmernde Rockmusik auf hohem Niveau. Auch wenn alles schon mal irgendwann früher da war, so kann die Fähigkeit dieser Band nicht abgesprochen werden, den Hörer durch traumhafte Klanglandschaften zu transportieren. Diese ist gar stärker als je zuvor und es ist ein Vergnügen, die Tempels wieder zurück zu haben.