The Ropes – Clubs In Europe Forever

„We are the Ropes. We want to fight you“, heißt auf der offiziellen MySpace Seite des New Yorker Duos Sharon und Toppy. Tatsächlich war dies für Ihre Debütplatte der treffende Ausdruck, Kombinationen aus seltenen Balancen und kühlen Konstruktionen verbanden sich lustvoll auf die dunkle Seite der Macht und erzählten zugleich schüchtern Ihre einsamen Geschichten. Im März kamen die Ropes bekanntlich mit der zweiten EP ‚ Be My Gun ‚ zurück und zogen zwischen verlorenen Fuzz-Gitarren und treibenden Beats ein wenig in den Mainstream hinüber, aber wer so hart für seinen Erfolg arbeitet, dem sei es an dieser Stelle gegönnt.

Und auch mit ‚ Clubs In Europe Forever ‚ verfolgen Sie die Pop-konventionellen Melodien und zeigen auf dem gleichnamigen Opener keine wirkliche Überraschung. Im feinen Neunziger Jahre Stil hoppelt der Beat gemächlich seine Runden, kühl und abgeklärt verlieren sich die Ropes in unspektakulären Samples und „la-la-la“ Einlagen im Schlussteil. Es ist schon seltsam und ein bisschen verstörend, aber vielleicht wirken auch nur die eingepflanzten Gehirn-Manipulationen stärker als befürchtet, wenn in solchen Momenten Kyle Minouge´s Tieflieger ‚ Can’t Get You Out Of My Head ‚ im eigenen Kopf zu neuem Leben erwacht.

Deshalb schnell wieder abhacken und zum nächsten Stück ‚ Professional Outsiders ‚ springen. Hier erleben wir endlich die innig geliebten Melodien, die in düsteren Schatten Ihre zurückgezogenen Tänze zelebrieren, als wäre es die einzige Hoffnung auf endgültige Erlösung. „We are outsiders in New York, despite being based there. It’s basically hostile territory for a band like us“, erzählte uns Toppy über das einsame Leben in New York und dennoch wissen Sie ebenso:“We’ll stay here“.

Ähnlich verhalten sich diesmal auch die Songs auf ‚ Clubs In Europe Forever ‚, das mit ‚ Alien Rubbernecking ‚ die unverkennbare Vorliebe für das Schwermütige und die Gegensätze zu den anderen vier Stücken offen legt. Kraftvoll und emotional entfaltet es sich in den Refrains zu voller Größe und spielt so gekonnt mit Spannung und Neugier. In kompositorische Dunkelheit umhüllt  ‚ Robot Now, Human Later ‚ sensibel unsere melancholischen Seelen und führt schüchtern die Regie in einem von Emotionen getragenen Instrumentalstück.

So wendet sich nach einem etwas durchwachsenen Start doch noch alles zum Guten. The Ropes beeindrucken mit ungewöhnlichen Dynamiken wieder einmal musikalisch und inhaltlich und lassen ‚ Clubs In Europe Forever ‚ zu einer gelungen dritten EP werden, die mit dem neu eingeschlagenen Weg hoffentlich die Grundlage für das zweite Album des New Yorker Duos sein wird.