The Replacements – Pleased To Meet Me

THE REPLACEMENTS, eine der besten Rockbands der 1980er Jahre, zeigen auf PLEASED TO MEET ME, worum es bei Alternative Rock geht.

Das Cover der fünften Veröffentlichung von The Replacements aus dem Jahr 1987 zeigte bekanntlich nur die Arme eines Händedrucks zwischen einem aufgedunsenen Rocker mit zerrissenen Ärmeln und einem glatten, verschwenderischen Manager mit Uhr und Ring. Dieses Foto verkörperte den oft unangenehmen Waffenstillstand, dem beide Teilnehmer zustimmten. Es wurde auch klargestellt, was jeder Replacements Fan bereits wusste: dass diese ungepflegten Ragamuffins aus dem Mittleren Westen sich in der Welt der großen Labels sichtlich unwohl fühlten.

Es ist erwähnenswert, dass die ursprünglichen elf Tracks kaum eine halbe Stunde Spielzeit brachten. Diese umfassende Überarbeitung (Remix-Original-Songs plus Demos, B-Seiten, Mixe und Outtakes) erweitert dieses relativ kompakte Set auf 55 Songs (29 bisher unveröffentlichte) und füllt drei CDs und eine Schallplatte. Dazu gesellt sich ein üppiges 12“ x 12″ Hardcover-Buch mit 18 Seiten Interviews, seltenen Fotos und einer ausführlichen Hintergrundgeschichte über die Entstehung des Albums. Und zumindest für den Moment ist es damit die wohl letzte große Sammlung von The Replacements. 

Es fehlt lediglich eine Live-Show von der Pleased to Meet Me Tour. Vielleicht kommt das im Jahr 2027, dem 40-jährigen Jubiläum des Albums. Fans können sich vielleicht daran erinnern, dass dieses Album bereits 2006 auf 22 Songs verlängert wurde. Doch den eigentlichen Erfolg lieferte ein paar Jahre zuvor „Let It Be“, der die Band zu einem großen Label (Sire) brachte. Ihr nächstes Album „Tim“ aus dem Jahr 1985 war ein weiteres Meisterwerk, aber trotz seines Genies verkaufte sich das Album nicht gut. Interne Konflikte innerhalb der Gruppe führten dazu, dass Bob Stinson aus der Band geworfen wurde, bevor das nächste Album aufgenommen wurde. 

Das war „Pleased to Meet Me“ und zeigt in dieser Deluxe Edition die immensen Kosten für Tourneen, die hohen Erwartungen der Fans und den eigenen hohen Anspruch an sich selbst. Es ist kein Magnum-Opus wie die beiden vorherigen Alben, aber es ist immer noch eine sehr gute Platte, die so wichtige Songs wie „Can’t Hardly Wait“, „Alex Chilton“ und „Skyway“ enthält. Es bleibt ein großartiges, vielleicht das beste Beispiel für die Arbeit im Studio von The Replacements. Ob man alle Extras benötigt, von denen die meisten solide und hörenswert sind, hängt davon ab, wie sehr man selbst mit dem Inhalt und der Band verbunden ist. Die detaillierten Informationen im Begleitbuch und die vielen bisher unveröffentlichten Fotos vertiefen jedoch das Verständnis für die Band und sorgen für eine sinnvolle Bereicherung in jeder gut sortierten Plattensammlung.