The Bravery – Stir The Blood

The Bravery sind unsanft nach Ihrer letzten Platte ‚ The Sun And The Moon ‚ auf den Boden der Tatsachen gefallen. Die Erwartungen an ein großartiges und ganz phantastisches Debütwerk brachen aufgrund fehlender Statikberechnungen in Ihre brüchigen Einzelteile zusammen. Was sollte man also tun? Erst einmal die Dinge für eine Weile ruhen lassen. Die teilweise guten Ansätze aus dem zweiten Werk wieder aufgreifen und sich mit dem Elan des Debüts an die Arbeiten zum dritten Langspieler heran arbeiten. Die Richtung war klar: Düster, poppig und inspirierter New Wave mit flotten Melodien in unmissverständlichen Richtungsvorgaben. Eben das was uns die White Lies Anfang Januar 2009 fast zur Vollkommenheit präsentierten. Nun, die Zeiten in denen sich der Bravery ausschließlich gegen die gehypten Indie Rock Gruppen aus England behaupten mussten sind wohl eindeutig Sache der Geschichtsbücher. Die Konkurrenz lauert schon lange in den eigenen Reihen und verhalf dem Quintett aus New York nicht unbedingt zu ruhigeren Verhältnissen.

Doch Ihre Sache haben The Bravery dennoch recht ordentlich zu einem sehenswerten Abschluss geführt, mit frühzeitigen Höhepunkt in dem wahrlich treibenden ‚ Hatefuck ‚. Wild schwirren die Synthies durch aufgebrachte Gitarrenriffs, verfolgen und flüchten zur selben Zeit, ergründen vorsichtig die neuen Weiten auf ‚ Stir The Blood ‚ und streifen kurz darauf die fesselnde Enge vergangener Tage mit hektischen Bewegungen von sich herab. ‚ Slow Poison ‚ erinnert an die Ära Bowie, auch ‚ I Am Your Skin ‚ weiß mit schnellen Up-Tempo-Melodien zu Gefallen und übergibt an das belanglose ‚ She’s So Bendable ‚. Hier war die Freude zum Experiment zwar bewundernswert, jedoch verliert sich das Stück nach den zwei Minuten wieder in einer auflösenden Wolke, der als nächstes ‚ The Spectator ‚ entspringen darf. Ruhig und leicht melancholisch schieben sich die Rhythmen über schweifende Synthies und verknüpfen schlussendlich narkotische Glückseligkeit mit einem deutlichem Nachdruck.

Eine Eigenschaft die alle neuen Songs auf ‚ Stir The Blood ‚ aufweisen können, genauso wie die deutlichen Aussagen und die Orientierung zu stilistischen Popmelodien. Produziert hat John Hill (Shakira, Santigold) mit tatkräftiger Unterstützung von The Bravery Sänger Sam Endicott. Somit glänzen die Oberflächen und bleiben damit kaum aufnahmefähig für kleine Ecken und Kanten. Doch ist dieses Merkmal kein neues, im farbenfrohen Kostüm der New Yorker Band. Insgesamt fällt ‚ Stir The Blood ‚ ein wenig ruhiger aus, die zischende Elektronik wurde dieses Mal diskret auf die Seite gerückt und bekommt nur selten die Chance sich zu behaupten, wie in dem bohrenden und dumpfen Stück ‚ Red Hands And White Knuckles ‚. Folgendes ‚ Jack-O‘-Latern Man ‚ überzeugt mit kraftvollen Refrain und ‚ Sugar Pill ‚ bedient schlussendlich die klassischen Ansichten eines deutlich erkennbaren Ende. Es bleibt damit eine Platte die klar über dem derzeitigen Durchschnitt gesehen werden darf, doch den eigenen Ambitionen müssen The Bravery auch im Jahr 2009 Ihren Tribut zollen.