John Maus – Addendum

Was mir seit Anbeginn der Karriere von John Maus besonders imponiert, ist seine energiegeladene Energie, gepaart mit seiner wunderbar dunklen und humorvollen Interpretation von Popmusik. Es positioniert ihn als Songwriter in einem unverwechselbaren Bereich. „Addendum“ heißt das neue Album und ist eine eher entspannte Platte im Vergleich zu seinen früheren Werken. Zugleich zeigt es Maus in einem etwas sanfteren, weniger aggressiven Gemütszustand.

Aufgenommen in denselben Sessions wie „Screen Memories“ und auf denselben selbstgebauten Synthesizern eingespielt, zeigt sich das Thema des Albums umso düsterer, desto offener die Herangehensweise wird. Wo „Screen Memories“ ein Lied über tote Haustiere im Repertoire hatte, kontert „Addendum“ mit einem roboterhaften Funky-Song über Müllcontainer-Babys. „Take that baby to the dump/To the dump!“ Es klingt dazu wie der imaginäre Soundtrack zu einem Atari-Spiel. Zugegeben, „Addendum“ hält sich an die Maus-ischen-Heftklammern: das Kryptische, der 80er-Jahre-Hall, die Maus-typischen Gesangseffekte, seine ausdruckslose Lyrik – das ist alles vorhanden, aber die Musik selbst ist ein bisschen anders strukturiert. Das Energieniveau ist gedämpfter.

Eine Handvoll Songs sind, wie bereits anfänglich erwähnt, entspannter und leiser. Diese Songs sind nicht unbedingt schlecht, aber ihnen fehlt die expansive Natur, für die Maus eigentlich bekannt ist. Die Songs fühlen sich manchmal unvollendet und uninspiriert an. Als Nachtrag zum letzten Werk ist „Addendum“ sowohl eine überraschende Collage von nicht ganz unterschiedlichen Einflüssen als auch ein Gesamtbild, das Maus‘ Eklektizismus, Esoterik und einzigartige Visionen sensibel zusammenfasst. Für Neuankömmlinge empfehle ich allerdings, sich erstmal durch seine früheren sehr bemerkenswerten Arbeiten zu graben.

7.0