New Build – Yesterday Was Lived And Lost

Man nehme das LCD Soundsystem, mischt es mit Hot Chip und heraus kommen New Build. Multiinstrumentalist Al Doyle (LCD Soundsystem, Hot Chip), Felix Martin (Hot Chip) und Tom Hopkins. Wie zu erwarten, liefert auch der Sound auf dem gemeinsamen Debütalbum ‚ Yesterday Was Lived and Lost ‚ einen ähnlichen Techno-Pop mit tiefen, nachdenklichen Texten. Aber anders als zu erwarten benötigt es Zeit, bis einem das Album vollständig umhüllt und sich der Hörer ganz der 80er Jahre beeinflussten Musik hingeben kann. ‚ Medication ‚ erklingt als leicht abgewandelter Baywatch-Verschnitt, während ‚ Misery Loves Company ‚ den Einstieg findet und mit markanter Stimme zielstrebig durch die Rhythmus-Sektionen stapft. Es sind optimistische Klänge, es liefert den Auszug der 80er Jahre-Ära eines David Bowie’s und es sind Funk-inspirierte Melodien, deren Aufwind durch Dance-Beats unheilvoll verstärkt werden und Ihre Explosion im Stück ‚ The Third One ‚ finden. Hier gibt es eine Enzyklopädie der rhythmischen Assimilationen zu bestaunen, perfekt ausbalanciert, vollmundig im Geschmack. Doch zurück: denn mit ‚ Behind The Shutter ‚ folgt eine dunkle, urbane Atmosphäre, deren Puls dominant durch die Strophen schlägt. ‚ Do You Not Feel Loved ‚ ist eine ähnlich starke Dance-Pop Nummer, die mit einem vorbildhaften Spannungsbogen ungemein organisch und gleichmäßig durch den gesamten Song gleitet. Es gibt nur wenige Schwächen, die sich vermehrt im hinteren Teil der Platte befinden. Einzig ‚ Finding Reasons ‚, zugleich erste Single und auf der Suche nach dem einfachen Leben, haucht den letzten Minuten ein liebevoll ausgearbeitetes Konzept in die Köpfe der Hörer. Schlussendlich fehlt New Build zwar die Verschlagenheit von Hot Chip und auch sind die Songs weniger wunderlich – doch ein solides Fundament ist definitiv vorhanden und ‚ Yesterday Was Lived and Lost ‚ bleibt somit ein lohnenswertes Hörvergnügen ohne ernstzunehmende Einschränkungen.