SARAH MCLACHLAN Better Broken
SARAH MCLACHLAN kehrt mit BETTER BROKEN zurück: Ein Album zwischen zarter Verwundbarkeit, orchestraler Größe und zeitloser Selbstbehauptung.
Sarah McLachlan hat in den Neunzigerjahren Popgeschichte geschrieben – nicht nur mit Songs wie „Angel“ oder „Building a Mystery“, sondern auch mit „Lilith Fair“, dem legendären Festival, das ausschließlich Künstlerinnen eine Bühne gab. Nach fast einem Jahrzehnt Studio-Stille meldet sich die kanadische Singer-Songwriterin nun mit „Better Broken“ zurück und beweist, dass ihre Stimme noch immer eine eigene Dimension öffnet: warm, schwebend und zugleich von einer Härte getragen, die Brüche nicht kaschiert, sondern sichtbar macht.
Der Titelsong „Better Broken“ entwirft gleich zu Beginn das Grundmotiv des Albums: „Some things are better broken“, singt McLachlan, und verwandelt ein Bild von Verlust in eine Haltung der Akzeptanz. Wie schon auf früheren Werken geht es ihr weniger um spektakuläre Arrangements, vielmehr um innere Wahrheiten, die sie mit minimalistischer Eleganz freilegt. Besonders deutlich wird das in „Gravity“, einer Ballade für ihre Tochter, in der jedes Pianomotiv wie ein Atemzug wirkt. „I will be like gravity, always true“ – ein Vers, der persönliche Erfahrung in universelle Zuversicht verwandelt.
Doch McLachlan belässt es nicht bei Introspektion. Mit „One in a Long Line“ erhebt sie die Stimme zu einer fast kämpferischen Selbstbehauptung: „Cause I am one in a long line, sound of body, strong in mind.“ Hier klingt die frühere Kraft der „Queen of contemporary female pop“ durch, eine Erinnerung daran, wie sehr sie für Generationen jüngerer Musikerinnen zur Wegbereiterin wurde. Einen weiteren Höhepunkt markiert „Reminds Me“, ein Duett mit Katie Gavin von MUNA, das intime Nähe mit folkigen Americana-Schattierungen verbindet. Spätestens im Finale, „If This Is the End“, erreicht das Album monumentale Dimensionen:
McLachlan’s Stimme wird von einem Chor getragen, die Zeilen „So let’s drink to the earth who will bury our apathy“ hallen wie ein letzter Trinkspruch in der Dämmerung. Auch visuell ist dieser Ton eingeschrieben. Auf dem Cover blickt Sarah McLachlan ernst, fast trotzig in die Kamera, gehüllt in dunkle Stoffe, die wie Wolken ein Gesicht umrahmen, das zugleich verletzlich und unerschütterlich wirkt. So wird das Bild zur visuellen Parallele der Songs: ein Festhalten an Würde, selbst wenn alles zerbricht. „Better Broken“ ist kein lauter Neuanfang, sondern ein reifes Werk, das leise insistiert, dass Schönheit gerade aus Brüchen wachsen kann.
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