Emilie Nicolas – Let Her Breathe

Mit „Let Her Breathe“ folgt das dritte Studioalbum der norwegischen Songwriterin. Mit ihrem Debüt „Like I´m A Warrior“ aus dem Jahr 2014 und „Tranquille Emilie“ von 2018, war die Vorfreude auf dieses aktuelle Album hoch. Und so liefert Emilie Nicolas, ohne einen Takt auszulassen, eine weitere beeindruckende Sammlung von Songs, die in mehrfacher Hinsicht erfolgreich erscheinen. „Let Her Breathe“ wurde Ende 2019 und Anfang 2020 in einem Nachtclub in Oslo aufgenommen und erzählt Geschichten über Liebe, Angst, Zweifel und schwankt zwischen wildem Selbstvertrauen und erdrückender Unsicherheit. Sie bringt zutiefst persönliche Geschichten zusammen, in denen Nicolas sich auf ihre Fehler konzentriert, mit Akzeptanz kämpft und einfache Antworten auf komplexe Fragen ergründet.

Unter Berufung auf die skandinavische Kollegin Robyn und die Afro-Fusion-Künstlerin Burna Boy als Einflüsse für dieses Album, ist die Verschmelzung dieser beat- und basslastigen Sounds ein Genuss. Es gibt Momente, die unverschämt explizit sind, wie wir es von Nicolas erwartet haben, beispielsweise auf „If I Call“ und „Teddybear“, gepaart mit Momenten emotionaler Intensität, auf Tracks wie „Tsunami“ und „No Humans“. Es sind sanftere, melodischere Momente, wobei das reduzierte „Open“ die stärkste Verbindung zu Nicolas’ früherer Arbeit darstellt. Das melancholische „Oh Love“ fängt ein Hauptthema dieses Albums ein, nämlich die Turbulenzen, die zwischen Hochstimmung und Verzweiflung entstehen, wenn Nicolas “from sky to hell without no sense” singt.

Die Tracks sind so sequenziert, dass sie ineinander laufen, wobei komplementäre Stimmungen und Stile nebeneinander platziert werden, um die Wirkung von Nicolas’ Vision zu verstärken. Während sie ihre neuen Einflüsse erfolgreich integriert, behält sie das Gefühl für ihre eigene Individualität. Dies ist eine herzzerreißende und ziemlich eisige Platte, die für die Traurigkeit im Sommer gemacht wurde – und das bisher bestes Album von Emilie Nicolas.