Sallie Ford & The Sound Outside – Untamed Beast

Sallie Ford & the Sound Outside beginnen auf Ihrem eröffnenden Stück aus dem zweiten Album ‚ Untamed Beast ‚ wie man es von Ihnen kennt: traditionelle Slapback-Reverb-Gitarren-Licks entschleunigen die sanften Rhythmen auf liebenswerte Art und Weise, während der Song zu einem euphorischen Ende emporsteigt. „Put you out like a cigarette butt” heißt es darin und wird von der schmerzvollen Frage begleitet: “How will I ever get over you?” Ein gelungener Einstieg, der auch im zweiten Stück ‚ Party Kids ‚ nichts an Charme, hochgeschraubter Rock’n’Roll-Haltung und gefühlvoller Prahlerei im Punk-Gewand vermissen lässt. In ‚ Bad Boys ‚ schlägt dann der Rockabilly seine Kerben in ‚ Untamed Beast ‚ und auch hier machen Sallie Ford & the Sound Outside alles richtig. Der Track behauptet sich als schmutziger Carl Perkins Verschnitt mit charmanter Offenheit über die eigenen sentimentalen Tendenzen. Als Schwachpunkt empfinde ich auch im zweiten Werk die zurückhaltenden Nummern, die darin reduzierten Arrangements und die damit fehlende Abwechslung. Natürlich rückt damit unweigerlich die Stimme in den Vordergrund. Und diese verblüfft erneut mit Reichhaltigkeit und der völligen Gleichgültigkeit gegenüber formalen Konventionen der Neo-Soul-Schwestern und Indie-Rock-Frontfrauen wie Jenn Wasner von Wye Oak. Leider wurde der liebenswerte skurille Tonfall in Ihrer Stimme etwas zurück skaliert und klingt nun größtenteils kompromissloser. Der Höhepunkt auf ‚ Untamed Beast ‚ ist zweifelsohne das ungestüme und trampelhafte ‚ Devil ‚ mit seinem unbeherrschten Schlagzeug und der faszinierenden Direktheit. Dazu galoppierende Gitarren-Riffs und diese absolut mitreißenden Rhythmen. Danach folgt mit ‚ Paris ‚ ein wunderliches akustisches Liebeslied. An Abwechslung fehlt es der zweiten Platte wahrlich nicht. Was einem noch auffällt, ist die gewisse Anfälligkeit für Liebeskummer. Ja selbst in den Songs, die mit einer gewissen Aggression vorgetragen werden. Aber die rührenden Anweisungen an den Abschied erblicken durch die exzentrischenen Gesänge und durch die schnörkellose Produktion auch einen hoffnungsvollen Schimmer und auch wenn Ford niemals die Rockabilly- Königin sein wird – sind deren Absichten sowieso ganz andere und wünscht sich: „the day when all the genres melt away.“ Wir stehen mit diesem Wunsch fest verwurzelt auf Ihrer Seite und hoffen zudem, dass im dritten Werk wieder die männlichen Chöre – wie noch aus dem Debüt – verstärkt eingesetzt werden.

7.7