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KAMAIYAH Another Summer Night

2023

KAMAIYAH kehrt mit ANOTHER SUMMER NIGHT zurück: Ein West-Coast-Album zwischen Party-Exzessen, Verlusten und rauer Selbstbehauptung, das ihre Karriere neu vermisst und zugleich die Balance zwischen Nostalgie, Schmerz und Feiermomenten sucht.

Kaum eine Rapperin aus Oakland hat in den vergangenen Jahren so konstant an ihrer eigenen Legende gearbeitet wie Kamaiyah. Seit dem gefeierten Mixtape „A Good Night in the Ghetto“ von 2016 gilt sie als Stimme der West Coast, die den Spagat schafft zwischen straßennaher Realität und clubtauglichem Bounce. Dass sie sieben Jahre nach ihrem Debüt bereits auf eine zweistellige Diskografie blickt, zeigt ihre Rastlosigkeit, doch „Another Summer Night“ markiert mehr als nur ein weiteres Kapitel: Es ist ein Versuch, die widersprüchlichen Facetten ihres Lebens in einem Soundteppich aus Hitze, Schwere und Leichtigkeit zu verweben.

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Das Cover, ein Frontporch-Moment im Dämmerlicht, zeigt Kamaiyah im Zentrum einer Clique – im übergroßen Windbreaker, während im Hintergrund die Crew posiert. Diese Szene funktioniert wie ein visuelles Gegenstück zu Songs wie „Every Friday“ oder „Take A Sip“, die das Kollektiv in den Vordergrund stellen, dabei aber die Schattenseiten exzessiver Nächte nicht verschweigen. „I took a sip and passed it to a friend, I said I wouldn’t drink no more, now I’m fucked up again“ – die Hook aus „Take A Sip“ ist ein Mantra zwischen Übermut und Kontrollverlust.

Mit Gästen wie Jay Worthy, Hott Boy Zay und 03 Greedo öffnet Kamaiyah das Album in verschiedene Richtungen, ohne die eigene Handschrift zu verwischen. Der Opener „Raining Game in California“ knüpft an die Kollaboration The Am3rican Dream an, während „Lamborghini Dreams“ mit 03 Greedo tiefer geht: „All I know is that my brother ain’t here no more, I went platinum, he didn’t much even hear my songs“ – eine Zeile, die das Album aus dem Party-Modus herausreißt und den Preis von Erfolg sichtbar macht.

Doch so sehr die Beats von Linkup, Key Z oder QuakeBeatz nach Vorwärtsdrang klingen, so sehr offenbart sich auch die Fragilität hinter der Fassade. „Groupies“ spielt mit Zynismus und Selbstironie, „Extra Love“ sucht Nähe, wo sonst Distanz regiert. „Another Summer Night“ ist damit kein reines Sommeralbum, sondern eine ambivalente Momentaufnahme einer Rapperin, die zwischen Selbstbehauptung und Sehnsucht, zwischen Feiern und Verlieren steht.

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Albumcover von Kamaiyah – Another Summer Night, die Rapperin im bunten Windbreaker vor einer Veranda mit Crew im Hintergrund.

Kamaiyah – Another Summer Night

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72
gruppe
2023
Another Summer Night
AW-0651-AG

Dieses Album ist innerhalb seiner Stimmung platziert und bewertet. Die folgende Auswahl zeigt Titel derselben Stimmung, die im Ranking darüber oder darunter liegen. Sie dient der Einordnung, nicht der Empfehlung.

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