Ocean Alley – Lonely Diamond

Bei ihrem dritten Album „Lonely Diamond“ erweitern Ocean Alley alles, was sie zuvor getan haben und schaffen gleichzeitig eine zutiefst kontemplative und atmosphärische Odyssee, die perfekt zu einer Welt passt, in der die Menschen mit einer Mischung aus flippigen und psychedelischen Schwingungen eine Pause von der Realität suchen. Tracks wie „Dahlia“ sorgen für eine dunkle Stimmung, während funkige Beats und Bässe – ein typisches Merkmal der Band – langsam brennen, bevor sie sich erheben und ihre Talente durchscheinen lassen. Dies ist, was Ocean Alley am besten können. Während Singles wie „Stained Glass“, „Infinity“, „Tombstone“ und „Hot Chicken“ den Fans einen Vorgeschmack darauf gaben, was sie mit der Veröffentlichung von „Lonely Diamond“ zu erwarten hatten, geht das Endergebnis weit über das hinaus, was diese Singles andeuteten.

Angesichts ihres Erfolgs in den letzten Jahren war fast zu erwarten, dass das neue Material von Ocean Alley den Gefahren des Selbstgenusses zum Opfer fallen könnte, da die Erfolgsformel ja bereits gefunden war. Die glückseligen Aufnahmen von Songs wie dem Titeltrack des Albums dienen jedoch als Meisterklasse der Zurückhaltung, wobei die Gruppe mit einer Mischung aus alten und neuen Stilen experimentiert und gleichzeitig sicherstellt, dass die Melodien nicht zu lange auf dieser Sonnenseite verweilen. Das Highlight des Albums liegt in „All Worn Out“, einer wilden Ballade, die zwischen ihrem lockeren, jazzigen Äußeren tief empfundenen Lyrik offenbart. 

Die Australier von Ocean Alley haben es damit geschafft, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und in die Zukunft zu schauen, ohne sich von uns zu entfremden. Obwohl einige Abschnitte des Albums von Zeit zu Zeit alten Boden wieder aufwärmen, ist „Lonely Diamond“ nie eine Platte, die sich wiederholt oder langweilig anfühlt, sondern ein Gesamtwerk, dass es schafft, bei jeder seiner schwindelerregenden Kurven für Aufregung zu sorgen.