METZ – Atlas Vending

METZ aus Toronto behalten während ihres vierten Albums ein beeindruckendes Maß an Kraft und Geschwindigkeit bei, doch auch einige Songs werden durch ihre Bereitschaft, das Gaspedal zu lockern, gut bedient.

Nach dem selbstbewussten und reifen „Strange Peace“ aus dem Jahr 2017 kehren METZ mit einem Album zurück, das so laut, energisch und chaotisch wie immer ist – wenn nicht noch mehr – und gleichzeitig raffiniert entwickelt erscheint. „Atlas Vending“ ist dabei hochdimensional und sprachgewandt in seinem schieren Lärm. Produziert von Seth Manchester (Daughters, Lingua Ignota, the Body), überlagert die Band ihre stetigen und treibenden Rhythmen gekonnt unter einem krummen, kratzenden Gitarrenrausch, während Edkins durch das Geschrei aus dem dysfunktionalen Labyrinth der modernen Gesellschaft hervorbricht.

Der Opener „Pulse“ zerschmettert unseren Schädel wie eine Art Post-Punk-Version der Pissed Jeans. Der Track beginnt leise, aber wir wissen, es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Lärm eintrifft. Und wenn es dann soweit ist, Junge, ist es einfach nur ohrenbetäubend laut. Schulhof-Riffs und monströse Drumbeats versetzen uns in ein Grunge-Koma. Dieser Trend setzt sich im gesamten Album fort. „The Mirror“ und „Hail Taxi“ tummeln sich ebenso auf diese typische Art und Weise. Gitarren fallen auseinander, Trommeln implodieren und Basssaiten klappern, aber am Ende bleibt alles intakt… fast … es ist nichts Neues, aber wenn Lärm so gut ist, wen interessiert’s?

Das Finale „A Boat to Drown In“ ist der perfekte Schlusspunkt einer Platte voller Ausrufezeichen. Der Track schafft es, das Gefühl „Ende des Albums“ einzufangen. Hier sammeln METZ alles zusammen was sie bisher erschaffen haben, mischen es und kreieren einen perfekt wirkenden Cocktail voller Nostalgie, Traurigkeit und knirschender Euphorie.