Fredo – Independence Day

Die Tracks des Albums INDEPENDENCE DAY zeigen, warum FREDO weiterhin die Charts dominiert. Er zeigt auch, wie man erfolgreich sein kann, ohne maßgeblich am eigenen Sound etwas zu verändern.

Während Fredo keine Anzeichen dafür zeigt, nachzulassen und seinem musikalischen Können sowie seinem Geschäft außerhalb des Rap-Spiels mehr Substanz zu verleihen, wie seine Investition in Kick Game, ist unklar, ob der Rapper immer noch gerne über die Themen dieser Tracks spricht. Während die Inhalte für die meisten schockierend ist, ist es unmöglich, seine Entwicklung außer Acht zu lassen: „We came a long way / from stolen peds“ heißt es da in „Flowers and the Snow“. Und in „Freestyle“ erzählt der Rapper aus West-London über den düsteren Lebensstil seiner Zeitgenossen, während er seine Hände im legitimeren Geschäft des Musikmachens sauber hält. 

Das Album ist viel krasser als „Money Can’t Buy Happiness“, das Anfang des Jahres veröffentlicht wurde. Angesichts der Tatsache, dass dies sein zweites Album im Jahr 2021 ist, klingt es dennoch nicht überstürzt. Stattdessen erfordert die Verbindung von prägnanten Texten und sorgfältiger Kuration genaues Zuhören. Obwohl die Produktion nicht herausragend oder einprägsam ist, lässt es Fredo’s Texte glänzen: „Paid for the four, I might drop you the daughter / Slice up the opps, I get lots of them torture / Then flew past some opps, I got lots of them awkward“, reimt er auf „Wandsworth to Bullingdon“, dem gemeinsamen Feature mit Headie One.

Textlich hält sich „Independence Day“ stark an die Hauptthemen des Road-Rap: Gewalt, Gefängnis, Drogen. Mit 14 Tracks ist das Album zugleich eines der längsten von Fredo und dennoch prägnant. „Independence Day“ ist ein weiterer Vorstoß für Fredo – eine größtenteils solide Fortsetzung eines Rappers, der seiner Stimme weiter Gehör verschafft.

6.9