L.A. WITCH – Play With Fire

Das zweite Album von L.A. WITCH setzt Ihre Traditionen fort, taucht tief in das Trugbild des Death Valley ein und bietet intensive Visionen unter einer höllisch brennenden Sonne.

Mit ihrem selbstbetitelten Debüt stellten uns L.A. WITCH ihre einzigartige Sichtweise auf den Rock’n’Roll vor und auch bei ihrem zweiten Album „Play With Fire“ begibt sich das Trio erneut auf den langen, zwielichtigen Highway unter der heißen Sonne Kaliforniens. Nichts hat sich wirklich geändert, aber es ist das rasselnde Tempo, das ein bisschen schneller geworden ist. Sie tauchen sogar ihre Zehen weiter in die psychedelische Welt ein, lassen die Spuren kräuseln, sehen, wohin die immer währenden Kreise sie führen und zelebrieren damit den brütenden Donner einer Band, die ungezähmt und ungezügelt Ihren Weg fortschreitet.

Mühelos cool macht das Gothic-Trio ihre Absichten klarer. Wo früher „Kill My Baby Tonight“ erklang, ist jetzt alles fokussierter. “Are your motives pure and free? / Has the world fulfilled your needs?” Die Sängerin Sadie Sanchez stellt diese Frage in der Single „Gen Z“ und auch die sexuelle Freiheit der Moderne, die in „Sexorexia“ die Frustration eines lustvollen Lebens beklagt, wenn alles zu Ende geht, klappert um dieses mitreißende Thema. Sex, Drogen, Motorräder und Rock’n’Roll – alles hier auf „Play With Fire“. Man sucht nach Individualität aus vorgeschriebenen Formen auszubrechen und auf die eigene Art und Weise und im eigenen Tempo voranzukommen? 

Wenn man sich mit einem passenden Sound umgeben möchte, könnten einige der Songs auf diesem Album letztendlich sehr befreiend wirken. Aber es ist diese Ernüchterung, die sich während des gesamten Albums abspielt, einer Tour de Force, die etwas mehr als eine halbe Stunde dauert und einen dazu drängt, sich letztlich gegen alle Widrigkeiten zu behaupten. “Don’t fear mistakes or the future,” sind die Worte von Sade Sanchez über die Mission des Albums. “Take a chance. Say and do what you really feel, even if nobody agrees with your ideas. These are feelings that have stopped me in the past. I want to inspire others to be freethinkers even if it causes a little burn.”