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Albumcover zu „I Don’t Want You Anymore“ von Cherry Glazerr – Nahaufnahme eines Körperausschnitts mit Spitze und Glassplitter-Ästhetik in Neon-Optik.
ALBUM

I Don’t Want You Anymore CHERRY GLAZERR

2023
MSTAX ALBUMPROFIL

Mit I DON’T WANT YOU ANYMORE sehen wir, wie CHERRY GLAZERR in einer durch und durch beispielhaften und beeindruckenden Leistung zur Reife gelangt.

Es scheint, dass es für Cherry Glazerr keine Obergrenze gibt. Das neue Album „I Don’t Want You Anymore“ baut auf dem Indie-Rock-Sound von „Apocalipstick“ aus dem Jahr 2017 auf und vermischt es mit dem knalligen Grunge-Rock von „Stuffed & Ready“ aus dem Jahr 2019. Es setzt den himmelwärts gerichteten Trend mit einer kraftvollen Sammlung kantigen Rhythmen, schwungvoller Beats und rauer Musik fort und begeistert mit einer emotionalen Intensität, die an Wolf Alice und The Kills erinnert. Während Sängerin Creevy ihre wahrgenommenen Unzulänglichkeiten aufzählt, nimmt ein Großteil der Platte eine gebeugte, niedergeschlagene Haltung ein, was sich in Creevy’s zusammenhängender Auswahl an Rockstilen widerspiegelt. 

Ihre Gedanken kreisen um Subgenres, gerinnen zu bleiernem Grunge oder erwachen – wenn auch nur für einen Moment – zu schimmerndem Synth-Rock bei der Erwähnung ihres geschätzten „Bad Habit“. Die Platte ist die erste, die Creevy seit Cherry Glazerr’s Debüt „Haxel Princess“ aus dem Jahr 2014 mitproduziert hat, eine bemerkenswerte Behauptung der Kontrolle. Ein weiteres wichtiges Narrativ ist hier die Toxizität und die Qual, die mit destruktiver Liebe einhergeht. Am deutlichsten wird dies in „Soft Like A Flower“, das düstere, bohrende Riffs und dunklere, kraftvollere Gesänge aufweist. Songtexte wie „I like you killing me“ und „I’ll be your dog“, die beinahe in Punkrock-Territorium vordringen, zeigen, wie Creevy ihr Herz auf der Zunge trägt und ihre innersten Gedanken in dem, was sie ihren „Evanescence Moment“ nennt, offenlegt. 

Im gleichen Sinne der Selbstbeobachtung ist „Ready For You“ einer der ansteckendsten Stücke auf der Platte – mit einer beeindruckenden Darbietung von 90er-Jahre-beeinflusstem Rock gepaart mit einer flotten Klanglandschaft, deren optimistische, frenetische Natur den zugrunde liegenden Song direkt kontrastiert: „II’m sick inside my twisted mind / I’m sick inside my twisted mind / I’m sick inside my twisted mind“ – offene und allumfassende Gefühle der Unzulänglichkeit und die Angst, andere mit dem eigenen Verstand zu Fall zu bringen – ein Thema, das sich auch in „Sugar“ fortsetzt. Langsamere Tracks wie „Bad Habit“, „Golden“ und die dritte Single „Sugar“ sind zwar nicht ganz so bombastisch und scharf, experimentieren aber mehr mit schwebenden und verträumten elektronischen Texturen. 

Sie fügen einen Hauch von verführerischem und melancholischem Pop hinzu und erreichen die perfekte Balance zwischen dem Dynamischen und dem Ätherischen – gleichzeitig zeigt es eine ältere, weisere Seite von Cherry Glazerr. Der offensichtlichste verbindende Faktor zwischen diesem Album und den vorherigen ist tatsächlich ihre Fähigkeit, eine ganze Reihe kugelsicherer Refrains zu schreiben, und es ist schwierig, sich vorzustellen, dass man sich in absehbarer Zeit von diesem Album lösen wird.

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Albumcover zu „I Don’t Want You Anymore“ von Cherry Glazerr – Nahaufnahme eines Körperausschnitts mit Spitze und Glassplitter-Ästhetik in Neon-Optik.

Cherry Glazerr – I Don’t Want You Anymore

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Das Album anhören

Anspieltipps: Soft Like A Flower, Ready For You, Bad Habit

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