Keane – Perfect Symmetry

Schon Mitte August kam wohl der Schock für viele Keane Fans. ‚ Spiralling ‚ ist ja nun so gar nicht das was man erwartet hätte als Kenner der letzten beiden Platten ‚ Hopes and Fears ‚ und ‚ Under The Iron Sea ‚. Der Song steht für einen Neuanfang der drei Engländer, die ähnlich wie bei Coldplay Ihr Heil in der Flucht nach vorne suchen. Während es bei Coldplay überdurchschnittlich gut funktioniert hatte, verzetteln sich Keane ein wenig bei dem Versuch Ihre Hochglanz polierten Songs an die Menschen zu bringen. Dabei beginnt auf ‚ Perfect Symmetry ‚ zu Anfangs alles nach Plan, kraftvoll setzen sie ‚ Spiralling ‚ in Szene, ein rollendes Klavier begleitet einen munter vor sich hin kickenden Beat während im Hintergrund Uh-huh-Chöre gute Laune verbreiten. Auch mit dem zweiten Song ‚ The Lovers Are Losing ‚ bleiben Keane ganz vorne mit dabei und lüften ordentlich Ihre eingefahrenen Angewohnheiten der letzten Jahre aus. Nicht weil Sie großartig was verändert hätten, aber der Sound klingt frisch und unverbraucht. David Bowie bekommt mit ‚ Better Than This ‚ eine Homage an seinen alten Hit ‚ Ashes To Ashes ‚. Was danach folgt ist allerdings nicht mehr so berauschend und es folgt eine leichte Überdrüssigkeit an die Zuhörer. So folgen viele Songs dem Schema F und man hat das Gefühl als wären Keane in einem Pop Labor gewesen um die Methoden für „große Musik“ zu studieren. Denn nach der erfrischenden Anfangsoffensive verlaufen sich die Engländer wieder in Ihre alten Gewohnheiten und stricken einen gleichen Song nach dem anderen, ohne dabei großartig das Muster zu ändern. Auch so ruhige und nachdenkliche Nummern wie ‚ You Don´t See Me ‚ haben Keane eigentlich besser drauf. So plätschert es recht nichtssagend dahin ohne dabei wirklich zu berühren. Bei ‚ Again & Again ‚ kommen wieder die hochgefahrenen Keyboards zum Einsatz und unterstreichen noch einmal den im Grunde gut gelungen Ansatz des neuen Sounds, der nur leider nicht so wirklich auf gesamter Länge zünden will. Dennoch darf man Ihnen nicht vorwerfen hier wäre unzureichender Ehrgeiz vorhanden gewesen. Eine Woche vor Albumveröffentlichung meinte Drummer Richard Hughes über seine persönlichen Wünsche und Ziele zu der Platte: „I keep having this strange fantasy that maybe Barack Obama will pick up on the album and it will help cange the world, that somehow subtly it´s going to reach the most powerful man on the planet und help. Es ist schwer zu glauben das Hughes keine Person finden würde die für den Frieden auf Erden besser geeignet wäre als den mächtigsten Mann auf Erden, aber Träume darf ja bekanntlich jeder haben. Und bis es soweit kommt verbreiten Keane Ihre Soft Rock Balladen selbst unter dem Volk. Wer dafür bereit ist und langjähriger Fan der ersten beiden Platten war, darf auch hier ungetrost zuschlagen, andere wiederum sollten die Finger von lassen. Oasis Sänger Noel Gallagher meinte sinngemäß, er täte lieber in Schweinescheiße baden als sich eines Ihrer Album anhören zu müssen. Tja so unterschiedlich können Ansichten sein, wie man denn nun die dritte Platte finden mag ist schlussendlich jedem selbst überlassen. Zwar besitzt sie weder mehr noch weniger gute Momente als ‚ Under The Iron Sea ‚ und an Ihr Debüt werden Sie wohl für sehr lange Zeit nicht mehr herankommen, aber Sie lassen nicht locker und bleiben mit Ehrgeiz und Spaß an der Sache. Wenn jetzt die zukünftigen Songs noch ein wenig mehr abspecken und hier und da die atmungsaktiven Bläser ausgesperrt werden, könnte es auch wieder was mit dem Erfolg werden.