The Decemberists – The King Is Dead

„Der König ist tot, lange lebe der König!“ So schallte es in damaliger Zeit, wenn zum Zeitpunkt des Todes des Monarchen, der Erbe oder die Erbin unmittelbar und automatisch die Nachfolge angetreten hat, ohne dass eine Bestätigung oder eine weitere Zeremonie nötig war. Ein bisschen Geschichte zum Aufwärmen ist bei einem neuen Album der Decemberists natürlich unverzichtbar. Unabhängig davon ob der unmittelbare Zusammenhang hergestellt werden kann oder nicht. Aber mit dem Titel ‚ The King Is Dead ‚ müssen wir uns darum nun wirklich keine Sorgen machen. Der König ist tot, lange lebe The Decemberists! Wenngleich es sich zu Beginn wie ein kleiner Rückschritt anfühlen mag. Es ist eine bescheidene Sammlung an Volksliedern, die Sänger Colin Meloy als „an exercise in restraint“ beschrieb. Eine Übung in Zurückhaltung, die auch es ebenso fordert, mit einer zurückhaltenden Erwartung an das neue Werk der Decemberists heranzugehen.

Mit den beiden ersten Songs ‚ Don’t Carry It All ‚ und ‚ Calamity Song ‚ in Zusammenarbeit mit Gitarristen Peter Buck von R.E.M, entstanden leichte Abweichungen zu den bekannten Modifikationen vergangener Tage. Sehr ansehnlich klingt die Band wenn die Lautstärke nach oben gedreht wird. Dennoch beleben besonders die Balladen das Album und liefern zugleich das beste Argument für die abgespeckte Variante der Decemberists. ‚ Rise To Me ‚ und ‚ January Hymne ‚ sind gutherzig und sanft. Nicht selten erlebt man die Sehnsucht, diese Band umarmen zu müssen. ‚ Rox In The Box ‚ bringt das Akkordion von Chris Funk zurück in das Geschehen, während ‚ Down By The Water ‚ eine wunderschöne Kollaboration zwischen der Band und Gilian Welch geworden ist. „Thrushs‘ bleeding battle with the wrens“ und „disrupts my reverie again“ zeigen in ‚ June Hymn ‚ die tragende Poesie in den Texturen und den Unterschied zu anderen Folkgruppen.

Insgesamt gehört ‚ The King Is Dead ‚ zu den weniger umfangreichen Arbeiten der Band, doch bleibt es schön zu sehen, das The Decemberists auch eine ganz normale Rockband sein können. Das Album sinkt wieder auf die reale Welt, handelt über konkrete Ideale, die Schönheit, die Beschmutzung unserer Natur und über das ländliche Portland. Es ist der Sound einer intelligenten Band, die mit schmutzigen Händen etwas erschaffen konnte, und das nun in einer bemerkenswerten Reinheit an uns zurück gibt.