John Cale – Shifty Adventures In Nookie Wood

Ende September meldet sich John Cale zurück und wandelt mit seinem neuen Album ‚ Shifty Adventures in Nookie Wood ‚ erneut auf Solopfaden. Sieben Jahre sind seit der letzten Veröffentlichung vergangen, deren Schönheit in der mageren, straffen und doch so einfach Produktion lag. Und als Ex-Velvet Underground Mitglied zeigte uns der Mann Anfang des Monats den erneuten Beweis, wie handwerkliches Können und Kunstfertigkeit in Vollendung klingen kann. ‚ Face To The Sky ‚ ist die vierte Nummer auf der neuen Platte und Cale erzählt darüber mit eigenen Worten: “I was really into some swirling strings and rhythms for this, but I didn’t want it to end up being too complete. I started this with a keyboard riff that seemed impossible to play and then from there I began layering with the idea of really breaking up the comfort level with things that poke out of the track to never quite let you settle in.“ Und auch bei den anderen Songs erleben wird ein dichtes Gewebe aus Melodien und Geräuschen, zart und spärlich, wandeln die experimentellen Art-Rock Unterhaltungen durch eine Mischung aus Chaos und Schönheit. Es ist ein abendfüllendes Werk und zugleich das Eröffnungsstück ‚ I Wanna Talk 2 You ‚ schafft musikalische Intensitäten mit bemerkenswerter Zielstrebigkeit und fügt unterschiedlich gefärbte und strukturierte Oberflächen zu einem sorgfältig platzierten Gebilde zusammen. Es ist auch die gemeinschaftliche Zusammenarbeit mit Danger Mouse, dessen Krönung mit dem zweiten Stück ‚ Scotland Yard ‚ geschaffen wird. Die Stimme von Cale ist nunmal das hallende Ausrufezeichen aus einer perfekten Welt, irgendwie befremdlich und doch spürt man so deutlich die eigene Neugier den Nacken heraufkriechen. Die jüngere Generation wird bei dem Gesang sicherlich auch an Paul Banks von Interpol denken. Aber musikalisch verbindet hierbei lediglich der lange Schatten, Ihre dunkel-harmonischen Melodien miteinander. John Cale hinterlässt mit dem neuen Werk ‚ Shifty Adventures in Nookie Wood ‚ schlussendlich einen zufriedenen Hörer, wenngleich man dieses Mal vergeblich darauf wartet, Elemente aus Funk, Rock und Avantgarde in voller Aufrichtigkeit vereint zu sehen. Das Album stellt nach dem letzten Stück ‚ Sandman (Flying Dutchman) kaum tragbare Erinnerungen ab und so bleibt es bei den hochstehenden Qualitäten eines John Cale, dessen Ruf bis in alle Ewigkeit ungebrochen scheint – mehr als das ist dieses Mal jedoch nicht drinnen.