Thelma & Clyde – White Line

Dunkelheit umspielt düstere Gesichtsausdrücke, es scheint Gefahr in der Luft zu liegen. Oder ist es die ungewohnte Umgebung die unsere Blicke verunsichern, uns ängstigen und an einen Rückzug denken lassen? ‚ Ice ‚ spielt mit diesen Gedanken und möchte uns darüber keine Gewissheit geben. Thelma & Clyde heißen die Protagonisten hinter den klanglichen Nordlichtern, dessen Kombinationen zwischen Trip Hop bis Rock sämtliche Genres bedienen kann. Ein kühles Pochen dröhnt in ‚ Lockstitch ‚ monoton in unsere Gehörgänge, ein zuckersüßer Refrain überrascht mit wohlschmeckenden Leckereien und ein angehauchtes Glockenspiel verzaubert nicht nur unsere Sinne. ‚ White Line ‚ erscheint über Karmakosmetix Music und wurde von Jan Bang und Erik Honoroé gemixt, die unter anderem bereits schon mit namhaften Künstlern wie Brian Eno und David Sylvian zusammengearbeitet haben.

Das wabbernde ‚ Crosscheck ‚ entstand in Kollaboration mit Salvador Sanchez und lässt man den Blick über das Artwork, hinter die Sängerin Hanne Kolsto und dem Instrumentalisten Trygve Tambs-Lyche fallen, könnte man dort in den Tiefen das gesuchte Mysterium zu ‚ Crosscheck ‚ entdecken. ‚ White Line ‚ beinhaltet viele solche Geheimnisse, zeichnet skizzenhafte Umrisse, gleitet durch melancholische Gesänge und wirkt am Ende doch in seiner Gesamtheit sehr zweidimensional. Maximale Ausdehnung auf kleinem Raum. Denn viel benötigen Thelma & Clyde nicht an instrumentaler Unterstützung, um Melodien in einen Variationenrausch zu schicken. Hauptaugenmerk liegt dabei stets auf der prägnanten Stimme von Hanne und den Beats von Trygves.

Allerdings erwartet uns im Stück ‚ Megalith ‚ der erste uninspirierte Ausdruck, der scheinbar ohne jegliche Teilnahme am Geschehen, den Beckenrand entlang gleitet. ‚ Bubble ‚ spielt mit netten Effekten im Hintergrund und bei ‚ Exklusive Girl ‚ erreichen Thelma & Clyde glücklicherweise wieder die Stärken aus der ersten Hälfte des Albums. In mystischer Verträumtheit wandeln einzigartige Melodien über den Grund des Bodens und man wäre überrascht, was dort mit dem richtigen Licht und in diesen Minuten alles zu entdecken ist. Abgewandelte Formen des Trip Hops erwarten den Hörer in ‚ Chess ‚ und ‚ Hibernation ‚, während ‚ Wicker ‚ das knackende und nachdenkliche Ende besiegelt. Zurück bleiben exzentrische Momente, überzeugende Zusammenspiele und hörenswerte Samplekünste, die in Ihrer Gesamtheit durchaus jeden einen Blick wert sein sollten.