Eagles Of Death Metal – Heart On

Großzügig wie die Eagles of Death Metal nunmal sind, gabs bereits eine Woche vor Albumveröffentlichung die Möglichkeit Ihr neuestes Werk ‚ Heart On ‚ auf Herz und Nieren zu testen. Sowas stimmt natürlich den Hörer glücklich und auch Jesse „The Devil“ Hughes, der im Vorfeld gerne dazu bereit war sämtlichen Journalisten Auskunft über die dritte Studioplatte zu geben. „EODM´s latest fabulous weapon, a top secret music missile, a sonic warhead sexually tipped for her pleasure, shot from the deck of USS EODM Mantastic Fantastic.“ Man muss zugeben, er konnte einem das Album schon sehr schmackhaft reden. Doch ist es, wie im wahren Leben auch, zu guter letzt die Geschmackssache die über gefallen oder nicht gefallen entscheiden ist. Im Falle der beiden Kalifornier verlaufen sich diese Grundsätze allerdings ein wenig im Sand, denn hier zählen eine Reihe von anderen Dingen ebenso wie Hughes Schnurrbart der, wie er selbst immer betont, der beste der Welt sei. Ja Jesse Huges muss in keine Rollen schlüpfen um bei den Menschen da draußen gut anzukommen ganz im Gegenteil, ist dieser Mann so wie man in auf den Bühnen dieser Welt kennt und das hat sich auch mit der dritten Platte nicht geändert. Der Coolness Faktor ist weiterhin ganz oben, wie auch sein Stimme die hin und wieder diesen tuntigen touch mit in die Songs wirft. Natürlich darf man bei dem Ganzen nicht den Mann vergessen, der das alles erst möglich gemacht hat. Josh Homme präsentiert sich auf ‚ Heart On ‚ in gewohnter Klasse wenn gleich die Intensität seines Schlagzeugs ein wenig mehr in den Hintergrund geschoben wurde. Natürlich gibt es weiterhin die Songs in denen er die Führung übernimmt wie in ‚ I´m Your Torpedo ‚, lässig werden die Sticks auf die Felle geschlagen während der Schlusssong geheimnisvoll über die Bühne geht. Insgesamt laufen die Stücke eine Tempospur weiter unten, ein zweites ‚ I Only Want You ‚ oder ‚ I Want You So Hard (Boy´s Bad News) ‚ lassen sich ebenso wenig finden wie ein ‚ Cherry Cola ‚ das mit seinen aggressiv auffahrenden Gitarren zwar nicht jedermanns Sache war aber zeigte, wer hier das alleinige Recht hatte in unser aller Ärsche zu treten. Dieses Unikat muss nun leider abgegeben werden. Größtenteils rocken die Eagles zwar nach wie vor, aber klingt doch alles ein wenig zu kompliziert oder zu langsam um daraus wirkliche Rockkracher entstehen zu lassen. Der Opener ‚ Anything Cept The Truth ‚ wird dem ein oder anderen bekannt vorkommen, hier haben sich eindeutig Elemente aus ‚ I Like To Move In The Night ‚ geschlichen. Mit fernöstlichen Klängen beginnt ‚ Wannabe In LA ‚ und lässt daraus eine straighte Nummer entstehen die wie ‚ Secret Plans ‚ weiterhin die Stärken der Eagles aufs Beste unterstreichen können. Bei ‚ (I Used To Couldn´t Dance) Tight Pants ‚ haben die Kalifornier wohl auf einen Sprung bei den Kollegen von Electric Six vorbeigeschat. Passenderweiße nennt sich der folgende ‚ High Voltage ‚ und heißt damit genauso wie einer der größten Hits der sechs Detroit Rocker. Doch ist mit ‚ Now I´m A Fool ‚ all das vergessen, wunderschön verträumte Gitarren spielen harmonische Melodien und lassen kurzerhand die kalten Temperaturen zu dieser Jahreszeit in weite Ferne verschwinden. Das ist zugleich auch die erste dicke Überraschung mit der man auf ‚ Heart On ‚ konfrontiert wird. Leider auch die einzige, denn im Großen und Ganzen bleiben die Eagles Of Death Metal auch weiterhin dem Rock´n´Roll treu nur eben diesmal eine Spur leiser und nachdenklicher. Was bedeutet das die Kracher nicht mehr so locker aus der Hüfte geschüttelt werden, vieles wirkt zu kompliziert und ideenlos und zündet auch nach mehrmaligen Hören nicht. Dennoch versprühen die Eagles weiterhin Ihren ganz eigenen Charme und sorgen trotz einer kleinen Flaute für gewohnt gute Stimmung.

6.5