Flogging Molly – Speed Of Darkness

So einige Menschen hätten sich von Flogging Molly eine musikalische Abwechslung gewünscht. Doch leider ist Weihnachten erst in ein paar Monaten und so bleibt die Irish-American Celtic Punk Band aus Los Angeles, Californien, in Ihrer klanglichen Komfort-Zone. Dementsprechend lässt sich natürlich für die Fans Ihrer Musik aufatmen: auf dem fünften Studioalbum zeigen Flogging Molly um ein weiteres Mal Ihre unbestrittenen Qualitäten an der Geige, am Akkordeon und stampfen wie Ihre Originale durch die traditionelle keltische Musik. Dazu die rauen Töne des 49-jährigen Frontmann (in Dublin geboren und früher Mitglied in einer Heavy Metal Band): „I spent 27 years in this factory / Then the boss man says you’re not what we need“, heißt es in ‚ Revolution ‚, während er in ‚ Don’t Shut ‚Em Down ‚ über zerschlagene Fensterscheiben und eingetretene Türen klagt. Der gleichnamige Opener ‚ Speed Of Darkness ‚ ist eine schwungvolle Nummer und in einem ähnlichen Stil wie ‚ Drunken Lullabies ‚ und ‚ Swagger ‚ gehalten. Mit ‚ The Heart Of The Sea ‚ folgt der erste ruhige Track auf der Platte, ‚ The Power’s Out ‚ verspricht einen wunderbaren Lo-Fi Blues und ‚ So Sail On ‚ erscheint wie eine sehr alte irische und traditionsreiche Melodie. Zu hören sind darin einige nette Harmonien und Refrains. Besonders überzeugen konnte mich allerdings das Stück ‚ Saints And Sinners ‚ mit Anleihen zu den White Stripes. Es beginnt mit einer drückenden Basslinie und steht förmlich die komplette Zeit über vor dem unhaltsamen Sprung in eine irische Punk-Nummer. Der Blick wandert in ‚ The Cradle Of Human Kind ‚ aus Irland ab und hier erkennen wird nochmals die pulsierenden Adern amerikanischer Songwriter-Qualitäten. Ja auch die sind vorhanden. ‚ A Prayer For Me In Silence ‚ ist ein Duett mit Bridget Regan und das abschließende Stück ‚ Rise Up ‚ erfüllt den Hörer nochmals mit wohltuender Hoffnung, „Things kinda suck right now, but they will get better“. Flogging Molly liefern ein stabiles Werk ab, dessen auffallender Schwachpunkt einzig die glatte Produktion ist. Es unterbietet den aufsteigenden Zorn und lässt zudem erahnen, wohin die Träume der Band wandern. Als Wegweisung sei an dieser Stelle der kommerzielle Durchbruch von Green Day genannt. Ansonsten lässt sich bei ‚ Speed Of Darkness ‚ nur wenig Kritik üben und wie immer gilt die Regel: Wer den Sound von Flogging Molly in all seinen Facetten genießen will, der muss eine dieser unwiderstehlichen Liveshows besuchen. Denn dort ist und bleibt die Band am überzeugendsten.