Eve Owen – Don’t Let The Ink Dry

Eve Owen’s Debütalbum „Don’t Let The Ink Dry“ wurde von Aaron Dessner von The National produziert und beinhaltet 12 Songs, die rohe Emotionen mit grenzenloser Fantasie verbinden. Es sind aber Owen’s faszinierende Gesänge, die im Mittelpunkt stehen, mit einer orchestralen Kulisse geschmückt, die die oft herzzerreißenden und berührenden Texte perfekt begleitet. Sanfte Melodien schlängeln sich während der gesamten Dauer durch das Album und verbinden sich oft mit elektronischen Experimenten, weichem Klavier und beruhigenden Streichern. Während Owen die Stimme sein mag, verleihen eine Reihe von Musikern ihrem Talent während des gesamten Album die benötigte Strahlkraft. Darunter zählen unter anderem der Multiinstrumentalist Rob Moose (der Streicharrangements für Bon Iver erstellt hat) und der Pianist Thomas Bartlett (St. Vincent, Father John Misty).

Owen’s Album beschäftigt sich mit Themen wie Angst, unerwiderte Liebe und Entfremdung und ist ein intimer Blick auf das Leben der 20-Jährigen durch einen Teppich an Emotionen, die in volkstümlich-elektronische Melodien verwoben sind. „Don’t Let The Ink Dry“ wurde über drei Jahre aufgenommen und ist eine Ode an die Jugend samt all ihrer Komplexität. Mit energetischen Rhythmen und bittersüßen Harmonien aufgereiht, kommt Owen in diesen 40 Minuten als Solokünstlerin perfekt zur Geltung. „Bluebird“ sprudelt zusammen mit einer hektisch ausgewählten akustischen und rollenden Snare, die genau auf der richtigen Seite des Chaos haften bleibt, während Owen visuelle Beschreibungen ihrer Befürchtungen bietet – „A bluebird swept down to me, it used scars for hooks“. 

Die auf Klavier basierende Ballade „She Says“ erinnert an Edith Piaf, wenn Owen sich damit abfindet, von jemandem enttäuscht zu werden, in den sie ihre Hoffnung und ihr Vertrauen investiert hat. Es ist ein erstaunlich reifes Stück Songwriting für jemanden, der kaum die Tage als Teenager hinter sich gelassen hat. „For Redemption“ ist ein echtes Highlight. Owen’s Stimme bewegt sich zwischen einem schwülen Gesang und einem dringenden Falsett, das eine interessante und schmerzhaft schöne Klangpalette erzeugt. Obwohl es musikalisch Elemente gibt, die an Dessner’s Tagesjob erinnern – wie die rhythmische Elektronik von „Lover Not Today“, die direkt auf eine der beiden vorherigen Platten seiner Band passen könnte – haben wir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass das Gewicht der Assoziation über Owen’s eigener Arbeit steht. 

Tatsächlich gibt es nur zwei Elemente, die für diese Zusammenarbeit wichtig sind: erstens öffnet es ihre Musik für ein breiteres Publikum und zweitens ist daraus ein Debütalbum entstanden, dass erstaunlich gut ist.