Errors – Have Some Faith In Magic

In den letzten Wochen vor Veröffentlichung des dritten Errors Album ‚ Have Some Faith in Magic ‚, waren viele über die Ankündigung einer reinen instrumentellen Pop-Platte überrascht – und anschließend gespannt. Immerhin war die Vorstellung alleine bereits nicht unbedingt die einfachste Sache der Welt. Doch bereits die ersten Klänge aus dem Eröffnungsstück ‚ Tusk ‚ legen auf Anhieb eine ungeheure Sympathie hinter den Synth-basierten, Genre-überschreitenden Experimente. Und davon soll es auf ‚ Have Some Faith in Magic ‚ mehr geben als je zuvor. Mit all seiner Pracht und Dringlichkeit, erklingen die Melodien in ‚ Tusk ‚ wie der entscheidende Kampf zwischen Prog und Disco. Das Szenario im Weltraum angesiedelt, schimmern hier kriegerische Gitarrenriffs durch wärmende Vintage-Synthesizer-Texturen. Ein verrücktes Hörerlebnis. ‚ Magna Encarta ‚ trifft kurz vor dem Höhepunkt einer ausgelassenen Euphorie-Welle ein und ist die entspannte Ruhe vor dem Endspurt bis zum Tod – vom Ruhm zu einem höllischen Kater. Die hypnotische Ausschweifung des Gesangs driftet durch den Äther und wird jäh durch lärmende Gitarren unterbrochen. Gedanken an die Ruhe nach diesem Inferno werden ausgeschaltet und alle Versuche, die fiebrige Stirn in Ihrem Schmerz zu mildern, bleiben erfolglos. Die erste Single ‚ Pleasure Palaces schmeißt sich einen industriellen Disco Plattenteller in den gierigen Schlund und verdreht unsere Köpfe durch die wilde Melange aus Techno und komplexen Gitarren-Passagen. Ein weiterer Höhepunkt, der in meinen Augen einzig durch den Song ‚ Earthscore ‚ übertroffen wird. Den Stream dazu, wie auch das gesamte Album findet Ihr untenstehend. Deshalb will ich hier gar nicht viele Worte verlieren und zum nächsten Stück ‚ The Knock ‚ blicken: Hier erwartet den Hörer eine entspannte erste Hälfte, das sogenannte „Ruhe vor dem Sturm“-Zwischenspiel, bis die Melodien langsam in die Lüfte steigen und sich am Ende zu einer Bestie gigantischen Ausmaßes erheben. Das letzte Stück ‚ Holus-Bolus ‚ ist ein weitläufiger Epos, enorm Ausdrucksstark und vielleicht sogar das Beste, was die Errors bis dato geschrieben haben. ‚ Have Some Faith in Magic ‚ ist nicht perfekt, aber erst durch diese Makel wird das Album eine intelligente Mischung aus Melodien, vorüberziehenden Tönen und Motiven. Es wirkt dadurch so herrlich lebendig und zugleich so schrecklich vergänglich. Doch so frustrierend es auch sein mag – es bleibt ein lohnender und triumphaler Ausbau ihres eigenen Sounds.