Boys Like Girls – Love Drunk

Hier haben wir wieder eine Band die es sich zum Ziel gemacht hat, Mädchenherzen höher schlagen zu lassen. Damit jedoch an der Musik keinerlei Verwirrungen entstehen können, geben uns die Jungs auch gleich noch Ihre sexuelle Ausrichtung im Bandnamen wieder: Boys Like Girls klingt unmissverständlich und mit diesen Aussehen dürfte es auf der Beutejagd, gemeint sind hier die Konzerte, keine größeren Probleme geben. Wohin die Reise auf dem zweiten Album ‚ Love Drunk ‚ hingeht ist auch schnell gelüftet: Beziehungsgeschichten die unverblümt mit dem Opener ‚ Heart Heart Heartbreak ‚ Ihren engstirnigen Lauf nehmen. Ja es sollte schnell klar werden, mit diesem Album haben sich Girls Like Boys keinen Gefallen getan. Doch zumindest kommen Fans der Musik Produktionen voll auf Ihre Kosten. Denn auf ‚ Love Drunk ‚ finden sich enge Gitarrenklänge zu kristallklaren Vocals und lässt diese Aufnahmen absolut phantastisch klingen. Es gleicht einem Euphorieausbruch, aber natürlich nur wenn man Ohren dafür haben sollte. Wer lieber die Musik genießen möchte sollte vorsichtig sein. Die gleichnamige Single ‚ Love Drunk ‚ beweist dagegen, dass Ihre früheren Hits wie ‚ The Great Escape ‚ nur ein kleiner Vorgeschmack auf die musikalische Ausrichtung der vier jungs aus Boston, Massachusetts, war. Eingängig, unkompliziert und gemacht nach den bekannten Formeln erfolgreicher Songs. ‚ Die zweite Single She’s Got A Boyfriend Now ‚ ist künstlich und langweilig. Es geht über eine verlorene Beziehung und abgesehen von einem höchst eingängigen Refrain, gibt es an diesem Song nichts Substantielles zu entdecken. Ein wenig leidenschaftlicher und reflektierender ist dafür ‚ Two Is Better Than One ‚, dass überraschenderweiße von einer zerbrochenen Beziehung erzählt. ‚ Contagious ‚ ist auf ‚ Love Drunk ‚ wohl der eingängigste Refrain dem es sicherlich nur schwer zu widerstehen gilt, aber um Himmels Willen, der Song, die Struktur und die Form sind schrecklich unoriginell. Blickt man auf die Karriere von Sänger Martin Johnson darf man sich zurecht fragen, was dieser Mann in den letzten Jahren Musikgeschäft denn geleistet hat? Eigentlich nur banale, wenig überzeugende, generische Rock Songs, maßgeschneidert für Hannah Montana- liebende Tweens und Vorpupertierende. Es gibt einfach zu wenig Verdienst oder Integrität. Und trotzdem wird das Album seine Wege in die Charts finden und dort für Tage verweilen. Schlussendlich können wir nur hoffen, dass völlig ereignislose Alben dieser Art nicht die Zukunft der Musik bestimmen werden. Am besten wird hier wohl sein, diese Frage unbeantwortet zu lassen und andere Richtungen aufsuchen, in denen noch ernstgemeinte Musik entsteht.