Dikta – Trust Me

Auf Ihrem Debütalbum ‚ Get It Together ‚ zierte ein malerisches Pferd das Artwork, ein Jahr später ist daraus ein Greifvogel geworden. ‚ Trust Me ‚ ist dabei der vorgegebene Titel des zweiten Albums, für das die Band mit den beiden Tontechnikern Jóhann Rúnar Porgeirsson und Jón Björn Árnason zusammen arbeitete. Gemischt wurde ‚ Trust Me ‚ wie bereits der Vorgänger, von Jens Bogren im schwedischen Örebro. Und während diese Zeilen sich schreiben, ertönen mit dem Eröffnungsstück ‚ What Are Your Waiting For? ‚ stürmische Gitarren und natürlich auch die gefühlvolle und ausdrucksstarke Stimme von Sänger Haukur Heiðar Hauksson. Eine animierende Erfrischung durchzieht unsere Gehörgänge und hinterlässt eine wunderbar resignierte Hymne zurück. Ebenso beeindruckend das zweite Stück ‚ In Spite Of Me ‚ mit seinen wohligen Piano-Akkorden. Man genießt diese Momente in vollen Zügen und erlebt gerade hier das gewisse Etwas. Ein besonderes Highlight findet sich dann bereits mit dem dritten Stück ‚ In Spite Of Me ‚, wenn nach einem euphorischen und ausdrucksstarken Refrain die Strukturen plötzlich auseinandergehen und den Blick auf einen entspannten Basslauf freigeben. ‚ Visitor ‚ lässt die rockigen Gitarren sprechen, ‚ Cycles ‚ wurde dagegen mit Streicher-Arrangements angereichert und im direkten Anschluss folgt erneut eine solide, wenngleich wenig aufregende Rock-Nummer. Überhaupt tendieren die Melodien in der zweiten Hälfte zu unspektakulären Aneinanderreihungen – alles geht dabei gut ins Ohr, jedoch ziemlich zeitnah auch dort wieder heraus. Dikta spielen auf Ihrem zweiten Werk ‚ Trust Me ‚ mit der allgegenwärtigen Melancholie, runden die ohnehin nur zaghaften Ecken und Kanten nach und nach ab und beenden damit Ihr zweites Werk mit einer zweigespaltenen Gefühlslage. Haukur Heiðar Hauksson, Jón Bjarni Pétursson, Jón Þór Sigurðsson und Skúli Gestsson begeistern soundmäßig mit dichten und tollen Songs in der ersten Hälfte und entfernen sich davon leider zu sehr im zweiten Teil der Platte. Wer Dikta dennoch live erleben möchte, auch aufgrund des phantastischen Debütalbums, der wird in den ersten Oktober-Wochen sein Glück finden.