Apparat – The Devil’s Walk

Der in Berlin ansässige Produzent Sascha Ring aka Apparat, positionierte seinen DJ-Kicks-Mix, der im letzten Jahr veröffentlicht wurde, als Abgesang auf seine Tanzflächen-fokussierte Karriere. Sein Label Shitkatapult produziert zwar weiterhin House und Techno Platten, aber mit ‚ The Devil’s Walk ‚ scheint Ring Tracks dieser Art nicht mehr zu mögen – energetische Beats für tanzende Beine und anschmiegsame Melodien für die Herzen. Die klangliche Referenzen bewegen sich nun zu den Junior Boys, M83, dem melancholischen Pop von Maximilian Hecker und (am offensichtlichsten) zu Sigur Rós. Der Opener ‚ Sweet Unrest ‚ ist ein wunderschöner Titel, ein bemerkenswerter Beginn, der mit melodiöser Melancholie und sich umgebenden Emotionen schallend über unsere Köpfe hinwegfegt. ‚ Song Of Los ‚ spiegelt die isländische Vorliebe für deren Bands wieder, steigende Hymnen, zwischen Freude und Traurigkeit. ‚ A Bang in The Void ‚ ist ebenfalls reich an Emotionen und ein Kontrapunkt zu ‚ Not A Number ‚ aus seinem früheren Solo-Album ‚ Walls ‚ aus dem Jahr 2007. Stimmlich befinden wir uns auf ‚ The Devil Walk ‚ oftmals im Liebeskummer mit grimmiger Stimmung. ‚ Song of Los ‚, ‚ Black Water ‚ und ‚ Ash / Black Veil ‚ sind im Wesentlichen traditionelle Power-Balladen mit einer geschmackvollen elektronischen Spitze: sie sind eingängig, melodramatisch, und ziemlich kitschig. ‚ Candil de la Calle ‚ vereint davon eine Menge, taumelt dabei durch den Dubstep geprägten Rhythmus und stellt zugleich eine weitere interessante Push-und Pull Mischung zwischen Gesang und Melodie her. In ‚ Goodbye ‚ wandert die sonore Stimme von Anja Plaschg zu der düsteren Ukulele von Ring, während düstere Wolken der Akustikgitarre und Piano-Akkorde wie eine Leiche im Wasser untergehen. Dieser Herr versteht seinen kreativen Bereich, belebt manchmal den New Wave mit seiner unwiderstehlichen Mischung aus John Maus, Cut Copy, The Smiths und ‚ The Soft Voices Die ‚ stellt hierbei fast schon ein kleine Resümee dar. Am Ende war es mir manchmal zu viel Schmalz, wenngleich es sich alleine durch die kunstvoll gefertigen Texte lohnt, sich dieses Album unbedingt einmal anzuhören.